An alle Homophobe: Die Öffnung der Ehe für Homosexuelle wird kommen!

  

  
 Das oberste Verfassungsgericht der Vereinigten Staaten von Amerika hat es getan! Seit gestern, dem 26. Juni 2015, dürfen Lesben und Schwule in den USA heiraten. Dabei ist die Ehe vollkommen gleichgestellt. Innerhalb von wenigen Wochen zieht damit ein weiteres westliches Industrieland, die älteste Demokratie der Erde, an dem pseudo-liberalen Deutschland vorbei. Peinlich für Merkel, peinlich für die CDU/CSU! 

Ich frage mich daher wieso die Union immer noch an ihrem antiquierten Familienbild festhalten möchte. Die Union betreibt mit ihrer Politik staatlich organisierte Diskriminierung an Lesben und Schwulen. Ja unser Grundgesetz richtig liest, der kann zu keinem anderen Schluss kommen als die Ehe für Lesben und Schwule zu öffnen. 

Denn die Öffnung der Ehe ist keine Frage Von Mehrheitsentscheidungen innerhalb einer Demokratie, auch wenn mehrheitlich die bundesdeutschen Bevölkerung für eine Öffnung der Ehe ist. 

Es geht eher um eine Frage der Rechtstaatlichkeit, ob Lesben und Schwule heiraten dürfen. Dieser Punkt wird in der Diskussion immer wieder falsch dargestellt. Denn auch wenn die Mehrheit der Deutschen sich dazu entschließen sollte, das rothaarige Menschen nicht mehr heiraten dürfen, ist es der Rechtsstaat, der gewährleistet, dass die Rechte aller Menschen in diesem Land geschützt sind und dass jeder vor dem Gesetz gleich ist. Ich weiß, dass das Beispiel mit den rothaarigen albern wirkt, aber auch die Ablehnung von Homosexuellen in dieser Gesellschaft ist albern. Ich möchte damit nur verdeutlichen, dass es hier nicht um Gefallen oder Misfallen geht, es geht um Bürgerrechte. Und diese Bürgerrechte fahre dann Lesben und Schwule zu Recht ein. 

Genau aus diesem Grund wird auch das Bundesverfassungsgericht und auch der europäische Gerichtshof nicht anders entscheiden können.  Das sei der Union und das sei allen homophoben in dieser Gesellschaft gesagt! Ach wenn es euch nicht gefällt, eine Gleichstellung werdet ihr nicht mehr verhindern können.
Die CDU/CSU könnte Größe beweisen und die staatliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen beenden. Ich glaube aber, dass der radikale Teil der Union zu verbohrt ist und diese Größe nicht besitzt. Schade, dass die CDU die letzte Chance verpassen wird Gesellschaft dicht am 21. Jahrhundert anzukommen. Schritt für Schritt werden wohl auch in anderen westlichen Rechtsstaaten die Ungleichheiten zwischen Lesben und Schwulen ausgeräumt. Der gestrige Tag war ein guter Tag für die Gerechtigkeit und auch ein guter Tag für Lesben und Schwule. 

Homophobie in den USA – Gründe für der Hass der weißen Oberschicht

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Während sich in Deutschland die Debatte um die Öffnung der Ehe wieder entzündet hat, wird in anderen Ländern ganz grundlegend über Homosexualität diskutiert. In den USA (in einigen Bundesstaaten gibt es zwar mittlerweile liberalere Gesetze als in Deutschland) haben christlich-fundamentalistische Wirrköpfe noch immer Hochkonjunktur.

Erst kürzlich startete der evangelikale Christ Franklin Graham über Facebook einen Boykottaufruf gegen LGBT-freundliche Unternehmen. Anlass war eine Werbekampagne von Wells Fargp, die ein lesbisches Paar zeigte. Aus diesem Grund kündigte Graham an, das Millionenvermögen seiner Organisation (Billy Graham Evangelistic Association) von der Bank abzuziehen. Die Organisation evangelikaler Wirrköpfe wurde vor mehr als 50 Jahren von seinem eigenen Vater gegründet, der gegen jede Form von gesellschaftlicher Aufklärung und Toleranz opponiert hatte. Nun besteht der Kreuzzug seines Sohnes eben darin gegen Homosexuelle Stimmung zu machen.

Diese Tiefschläge mögen für die meisten Menschen lächerlich wirken, finden in den USA aber immer noch großen Anklang. Denn erschreckenderweise bekam Grahams Post bis dato über 100.000 Likes auf Facebook sowie 16.000 Kommentare und 45.000 Shares. Es sind zwar nicht alle Kommentare positiv, sondern ein beachtlicher Teil verurteilt die Ansichten von Graham, dennoch ist die Zahl der Gegner von Homosexualität erschreckend.

Der Kampf vieler fundamentalistischer Evangelikaler gegen Homosexualität ist in den USA besonders heftig. In kaum einem anderen westlichen Land wenden sich Konservative so deutlich gegen Homosexualität wie in den USA. Die alten weißen Männer gehören in den USA aber zu einer aussterbenden Spezies. Wurden die Präsidentschaftswahlen in den USA in den vergangenen Jahrzehnten noch überwiegend in den weißen, evangelikalen Wählerschichten gewonnen, entschied Obama seine beiden Präsidentschaftswahlen bei schwarzen und lateinamerikanischen Wählern. Die weiße, konservative Bürgerschaft fürchtet in den USA anscheinend um ihre Privilegien und wettert daher verzweifelt gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Neben religiösem Fundamentalismus ist die Angst um Privilegien wohl einer der Hauptgründe für den Kampf gegen gesellschaftliche Gleichstellung und Toleranz. Dabei ist dieser Kampf mehr als nur lächerlich, da sich durch die Anerkennung einer gesellschaftlichen Gruppe, die Rechte und die Privilegien einer anderen Gruppe nicht ändern.

Ironisch an dem Boykott-Aufruf via Facebook ist allerdings, dass das Social Network selbst zu den LGBT-freundlichsten Unternehmen der USA zählt. Das scheint ihn bei der Verbreitung seiner fundamentalen Thesen nicht zu stören.

Wie seht ihr das? Welche Gründe hat die starke Homophobie in einigen Teilen der US-Gesellschaft.