Ist schwul in Hollywood ok? Diese fünf Schauspieler sind schwul

Jake_Gyllenhaal_at_WonderCon_2010_4Jake Gyllenhaal hat diese Woche in einem Interview die These aufgestellt, dass es mittlerweile in Hollywood „OK“ sei, wenn ein Schauspieler offen zu seiner Homosexualität stehe. Wirklich viele prominente Schauspieler gibt es bisher noch nicht, die offen zu ihrer Homosexualität stehen. Denn schwul passt in den Köpfen vieler Menschen immer noch nicht zu der Rolle eines Herzensbrechers. Auch wenn es sich bei dem Brecher der Herzen um eine Rolle handelt, die von einem talentierten schwulen Schauspieler gespielt wird.

Viele Darsteller, ob lesbisch oder schwul, befürchten daher, dass sie befürchten Rollenangebote nach einem Outuing ausbleiben würden. Gyllenhaal, der selbst vor rund zehn Jahren, die Rolle eines schwulen Cowboys in dem Oscar prämierten Film „Brokeback Mountain „ verkörpert hatte, sieht zwar, dass sich die Zeiten ändern, bisher haben aber noch nicht wirklich viele Schauspieler, den Weg in die Öffentlichkeit gefunden.

Auch in diesem Bereich fehlt es an genügend Vorreitern, die den Weg ebnen, so dass es in einigen Jahren egal ist, ob ein Mann auf Männer oder eine Frau au Frauen steht. So lange man dieser Person zutraut eine Rolle glaubwürdig zu spielen, sollte das doch kein Problem sein. Denn andersrum schaffte es auch Gyllenhaal zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Heath Ledger, die schwule Liebe zwischen zwei Cowboys glaubhaft zu verkörpern.

Für mich persönlich gibt es aber einige gute Vorbilder, die beweisen, dass auch ein schwuler Schauspieler in Hollywood Erfolg haben kann.

Neil Patrick Harris

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1HuFUap)

Der für mich beste Beweis, dass man auch als homosexueller Traummann einen Womaizer spielen kann, ist Neil Patrick Harris, der in seiner Rolle als Barney Stinson in der Serie „How I met your mother“ weltberühmt geworden ist. Wie kaum ein anderer Hollywood Darsteller hat es der Schauspieler geschafft, das Klischee zu entkräften, dass Schwule keinen Erfolg haben könnten. Neben seiner Rolle in der US-Serie folgten noch zahlreiche Rollen in anderen Hollywood-Filmen, darunter „Gone Girl“. Harris’ ist seit 2004 mit dem Schauspielkollegen David Burtka zusammen.

Das Paar hat mittlerweile zwei Kinder. Nachdem der New Yorker Senat am 24. Juni 2011 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hatte, gaben Harris und Burtka bekannt, sich bereits fünf Jahre zuvor verlobt zu haben. Im September 2014 heirateten die beiden dann in Italien.

Jim Parsons

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1Pi6qq6)

Jim Parsons ist den meisten Menschen wahrscheinlich bekannt als hochbegabter, menschenfeindlicher Dr. Sheldon Cooper aus der Serie „Big Bang Theory“. Derzeit ist der Schauspieler auch der am besten bezahltete Seriendarsteller der Welt. Relativ unspektakulär hat der Mann offiziell bestätigt, dass er schwul ist. Die Bestätigung seiner Homosexualität kam nebenbei, obwohl über seine Homosexualität schon länger geschrieben und berichtet wurde. So wurde der Schauspiel zum Beispiel in einem Porträt in der „New York Times“ als „schwul und seit zehn Jahren in einer Beziehung““ beschrieben. Das Outing nebenbei kam dann wenig spektakulär. Dies ist in meinen Augen genau der richtige Weg einer „Sensation“ auszuräumen. Letztlich lebt Parsons seit Jahren skandalfrei und ohne großes Aufsehens um sich und sein Liebesleben zu machen.

Sir Ian McKellen

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Quelle. Wikipedia (http://bit.ly/1NevMOV)

Sir Ian McKellen kommt noch aus einer anderen Zeit und hat daher auch noch erlebt, wie Homosexualität illegal war. Der Schauspieler, der 1939 geboren wurde hat sich auch erst im Alter von 49 Jahren öffentlich geoutet. In einem Interview sprach der „Herr der Ringe“-Star einst über den Schmerz seines heimlichen Lebens. Demnach sei es als Schwuler in seiner Generation undenkbar gewesen, eine Familie zu gründen, gab McKellen in einem Interview über sein Leben bekannt. Sei Leben sei zudem ständig von diesem „schrecklichen Geheimnis“ beherrscht gewesen. So lebte der Darsteller von Gandalf aus der Herr der Ringe und Der Hobbit-Trilogie bis zu seinem 49. Lebensjahr außerhalb von London, fernab von der schwulen Szene der britischen Hauptstadt eher zurückgezogen. Heute ist die Homosexualität für ihn kein Problem mehr und McKellen ist mit Sicherheit ein großes Idol für die Männer seiner Generation.

Wentworth Millers

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1Q49GE6)

Einer der für mich heißesten Männer in dieser Liste ist der Darsteller der US-Serie „Prison Break“ – Wentworth Miller. Der damalige Frauenschwarm hielt seine Homosexualität lange unter Verschluss, bzw. äußerte er sich gar nicht dazu. Der Auslöser seines öffentlichen Coming-outs war dann aber eine Einladung zum Filmfestival in das russische St. Petersburg. In einem öffentlichen Brief an die Veranstalter sagte er seine Teilnahme ab. Als Grund gab der Schauspieler an, dass das „Anti-Homosexuellen-Gesetz“ in Russland ihm eine Teilnahme unmöglich mache. „Als jemand, der in der Vergangenheit Russland immer gerne besucht hat und auch russische Vorfahren hat, würde ich gerne zusagen. Als schwuler Mann jedoch, muss ich absagen.“ Sein Brief wurde auf der Webseite der Organisation „GLAAD“ veröffentlicht.

Zachary Quinto

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1PTjYbD)

US-Schauspieler Zachary Quinto schließt meine Liste. Der Schauspieler wurde vor allem bekannt als Mr. Spock aus dem Film „Star Trek 11“ sowie spielte er in den Serien „Six Feet Under“ und „Heroes“ mit. Auch Quito outetete sich beinahe unbemerkt in einem Interview mit dem New York Magazine als homosexuell. Wie selbstverständlich bezeichnete sich der Darsteller darin mehrmals als „schwuler Mann“ und berichtete über die Reaktionen seines Umfelds sowie über die Schwierigkeiten, die Homosexuelle in der Gesellschaft immer noch haben.

Auch Quito outete sich daher mehr oder weniger unspektakulär und ohne großes Aufsehen zu erregen. Das ist in meinen Augen auch der genau richtige Weg. Denn die Frage, ob ein Star homosexuell ist oder nicht, sollte nicht mehr die Sensationsgier der Boulevard-Presse wecken.

Alle Darsteller, die ich hier aufgelistet habe, sind für mich Vorbilder in ihrer Branche und hoffentlich auch Wegbereiter für viele weitere talentierte schwule Schauspieler, die dadurch auch offen und unverkrampft zu sich stehen können.

Charlie Sheen: „Ich bin HIV-positiv“

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Charlie Sheen im Gespräch mit US-Talker Matt Lauer zu seiner HIV-Infektion.

Der Schock war dann doch groß, auch wenn seit einigen Wochen schon darüber spekuliert wurde. Der US-Schauspieler Charlie Sheen hat im US-Fernsehen seine Infektion mit dem HI-Virus öffentlich gemacht. Der Skandal folgte dann direkt danach. Denn der Schauspieler wurde wegen seiner Krankheit angeblich von einer Prostituierten erpresst.

In der „Today“-Show des US-Fernsehsenders NBC sagte der Hollywood-Schauspieler: „Ich bin HIV-positiv.“ Im Gespräch mit Moderator Matt Lauer auf dem US-Sender NBC bekannte Sheen zudem, dass er von der Diagnose bereits vor vier Jahren erfahren habe.

Das öffentliche Bekenntnis von Charlie Seen kommt zwei Wochen, nachdem das Klatsch-Portal „Radar Online“ einen Schmutzartikel über die angebliche HIV-Infektion eines Hollywood-Superstars veröffentlich hatte („Hollywood Superstar’s Desperate Battle With Aids Revealed“). Auch wenn der Artikel den Namen von Sheen nicht nannte, war er ansonsten sehr explizit und sprach über Jahrzehnte des lasterhaften Lebens.

Auch andere Medien griffen die schmutzige Meldung auf und heizten die Spekulationen über die HIV-Infektion von Charlie Seen weiter an.

Und wieder siegt das Stigma und die Sensationsgier der Menschen. Schon bei der HIV-Infektion von Nadja Benaissa erfolgte das Outing nicht ganz freiwillig. Zudem ergoss sich eine Welle der Verurteilungen über die Sängerin.

Lebensstil hin oder her, schuld oder unschuldig. In erster Linie sollte die persönliche Ehre des Betroffenen stehen. Eine HIV-Infektion ist auch im Jahre 2015 noch eine ernste chronische Erkrankung. Doch sie ist behandelbar. Die Horror-Bilder aus den 80er und 90er Jahren darf man zwar nicht vergessen, doch aus der Identifikation von HIV-positiven Menschen eine öffentliche Hetzjagd zu machen, ist widerlich.

Naiverweise dachte ich, dass wir über dieses Stadium hinweg sin. Der Fall Seen zeigt mir aber, dass die Sensationsgeilheit über de, Recht auf persönliche Ehre steht. Für Es ist auch traurig, dass im Zusammenhang mit HIV und AIDS immer von Schuld gesprochen wird. Krebs und Herzinfarkte können auch auf einen lasterhaften Lebensstil zurückgehen. Trotzdem ist es unangebracht im Zusammenhang mit einem solchen Schicksal von Schuld zu sprechen. Ich habe großen Respekt vor Charlie Sheen, dass er den Mut aufgebracht hat, zu seiner Krankheit zu stehen und hoffe, dass sich die Wogen wieder glätten. Was haltet ihr von diesem Thema?