Mariah Carey live in Köln – ein Traum wird wahr

Wie es sich mit schwulen Männern und Diven verhält habe ich ja schon in dem einen oder anderen Artikel erwähnt. Meine Diva Nummer eins ist und bleibt Mariah Carey. Genau aus diesem Grund war es eines der besten Erlebnisse – wichtiger als mein kommender 30. Geburtstag dieses Jahr – Mariah Carey endlich live zu sehen.


Ich weiß, dass Mariah mittlerweile längst nicht mehr die Erfolge feiert wie in den 90ern und den frühen 2000ern Jahren. Vor allem hat sie die ganz großen Erfolge, wie in den USA, niemals in Deutschland gehabt. Auch wusste ich, dass die Pop-Diva mit 46-Jahre nicht mehr in der gleichen Form ist wie 20 Jahre zuvor als sie mit „Hero“ und „Without you“ ihre größten internationalen Erfolge hatte. Nichtsdestotrotz habe ich ein tolles Konzert von einer großartigen Sängerin erwartet. Und ich wurde nicht enttäuscht, sondern meine Erwartungen wurden übertroffen.

Klar. Wer eine tolle Tanzshow will, darf kein Mariah Carey Konzert besuchen. Die Pop-Diva bewegte sich ehr behäbig über die Bühne und wurde häufiger getragen. Auch sind ihre Bühnen-Outfits trotz verschlankter Linie mehr als nur gewagt. Die halbnackten, durchtrainierten Tänzer waren zwar etwas für’s homosexuelle Auge (Schwule Männer machten ca. 80 Prozent des Publikums aus), waren aber nicht notwendig.


Die wirkliche Größe zeigte Mariah erst dann, wenn das Licht ausging und sie allein oder mit Duettpartner auf der Bühne stand und ihre Balladen zum Besten gab, die sonst auf der Welt niemand singen kann. Was ich an ihrer Stimme so liebe, sind die Höhen und die Tiefen, das Sanfte und das Kräftige in der fast fünf Oktaven umfassenden Stimme von Mariah. Die Lanxess Arena, die gerade einmal mit 5.000 Menschen befüllt war, zeigte dennoch große Begeisterung – gerade wenn Mariah „Hero“, „Web belonged together“ oder „My all“ sang. Darin liegt auch ihre Stärke und das macht sie bis heute unerreicht. Weder eine Lady Gaga oder eine Adele kann stimmlich mit Mariah mithalten. Mit ihrer „Sweet sweet Fantasy Tour“ hat Mariah das geliefert, was ihre europäischen Fans erwartet haben – eine Best off-Gala ihrer größten internationalen Hits. Für mich ist ein Meilenstein mehr in meinem Leben erreicht – Mariah live zu sehen.


Ich weiß übrigens auch, dass Mariah Carey nicht jedermanns Fall ist. Aber denen sei gesagt: Haters gonna hate. ;-)

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AIDS-Gala in Köln – Die vergessene Kranheit

Ich auf der AIDS-GalaHIV und Aids waren die großen Themen der 80er und 90er Jahre. Medien und Gesellschaft waren hoch sensibilisiert. Immer wieder war das Thema Anlass für große Schlagzeilen und für kontroverse gesellschaftliche Diskussionen. In den letzten Jahren ist das Thema ein bisschen ist das Thema in Vergessenheit geraten. Trotzdem müssen sich HIV-Positive immer zu erklären und sind vielen Vorurteilen und grenzenlosem Unwissen ausgesetzt. Daher ist es wichtig, dieses Thema immer wieder auf die Agenda zu bringen, um einerseits auf die Bedrohungen des HI-Virus aufmerksam zu machen und andererseits um Akzeptanz und Normalität für infizierte Menschen zu werben. Als Rahmenprogramms des CSDs darf ein Besuch auf der Aids-Gala nicht fehlen.

Viel Glamour wurde für die Bühne des Maritim Hotels in Köln angekündigt und dieser Glamour wurde auch geboten, nicht zuletzt durch die charmante Moderation von Jochen Schropp.

Bei allem Glamour wurde das eigentliche Thema des Abends hin und wieder aus den Augen verloren. Es wurde zwar viel über die Diskriminierung von Schwulen in Russland und weiten Teilen Afrikas gesprochen, doch über die gesellschaftliche Situation von HIV-positiven Menschen nur am Rande. Darum hätte es aber an diesem Abend eher gehen sollen. Immerhin wurden drei Projekte der AIDS-Hilfe vorgestellt, für die dann auch Spenden gesammelt wurde, doch die gesellschaftliche Relevanz dieser Gala kam für meine Begriffe zu kurz.

Klar ist das Thema sensibel und es macht nicht viel Freude darüber zu sprechen. Doch ich hatte an diesem Abend erwartet aufgeklärt zu werden. Aufgeklärt über die Diskriminierung von HIV-Positiven und den wissenschaftlichen Stand bei der Therapie von AIDS.

Mary Rose bei der AIDS-Gala

Denn auch als homosexueller Mann kann ich mich nur schwer in die Situation von HIV-infizierten Menschen hineindenken. Denn es ist ein völlig andere Form der Diskriminierung und der Vorurteile, denen man begegnet. Im Kopf vieler findet häufig eine Verbindung von Homosexualität und HIV statt und immer wieder hört und liest man im Zusammenhang mit HIV über das Thema Schuld und Verantwortung. Für mich wären das alles Themen gewesen, die an diesem Abend eine Bühne verdient gehabt hätten. Die Wohlfühlatmosphäre an diesem Abend hätte dem nicht geschadet. Daher fand ich es Schade, dass der Fokus an diesem Abend nicht richtig gesetzt war. Da konnte auch der unter tosendem Applaus gefeierte Auftritt von Schlager-Star Mary Rose nicht darüber hinwegtrösten. Das Show-Programm war in jedem Fall erstklassig. Ich möchte auch erwähnen, dass alle Künstler auf eine Gage verzichtet haben. Ich will auch nicht nur über diesen Abend meckern, da Gala und Gedenken schwer miteinander zu verknüpfen sind. Ob ich das nächste Jahr wieder hingehen würde? Eventuell. Doch würde ich mir wünschen, dass es an diesem Abend dann mehr um das geht, um das es gehen sollte.