Diese 6 Popstars stehen offen zu ihrer Homosexualität

Die meisten von ihnen waren Teenie-Idole und ein Outing war undenkbar. Viele singende Frauenschwärme mussten über Jahre (teilweise Jahrzehnte) eine Lüge über ihr Liebesleben leben. Denn in der perfekt durchgeplanten Musikindustrie passt kein offen schwuler Mann, vor allem dann nicht, wenn er die Herzen der Frauen erobern soll. Natürlich gibt es auch viele Sänger, die sich spät geortet haben, das Outing aber keine große Überraschung oder Enttäuschung für die Frauenwelt war (so zum Beispiel Elton John) sowie gab es eine Reihe an Sänger, die schon recht früh sehr offen mit ihrer Homosexualität umgingen (Freddie Mercury). Bei anderen Sängern kam das Outing (für einige) dann doch überraschend. Es zeigt aber vor allem, wie verlogen die Bilder sind, die Musiklabels gerne von unseren Stars bauen wollen.

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Quelle Wikipedia (http://bit.ly/1OdLKfZ)

George Michael

Manchmal kommt ein Outing besonders skandalös daher. In wohl kaum einem anderen Fall war es so peinlich wie für George Michael. Im Jahr1998 wird George Michael auf einer öffentlichen Toilette in Los Angeles bei sexuellen Handlungen mit einem Mann von der Polizei überrascht und festgenommen. Für andere Männer wäre das wohl kaum ein Problem gewesen. Für den Superstar wurde es zu einem medialen Fiasko. Die richterliche Strafe von 810 Dollar und 80 Stunden Sozialdienst waren wohl eher Nebensache. Zunächst schweigt der Wahl! Sänger auch zu dem Skandal bekennt sich dann aber nach einiger Zeit zu seiner Homosexualität. Mit dem Lied „Outside“ greift er diese Situation auf die treffendste Art und Weise auf und verspottet sogar darin den Umgang der Polizei. Die Art und Weise wie seine Homosexualität an die Öffentlichkeit geriet bereit der Sänger Jahre später in einem Interview und schiebt den heimischen Sex im WC auf schwere psychologische Problem. Das Outing war mehr als würdelos und zeigt einmal mehr, dass Persönlichkeitsrechte in den USA (vor allem bei Prominenten) deutlich weniger wert sind.

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1PZSTmy)

Lance Bass

Kein Wunder, dass die meisten Männer in dieser Liste aus Boygroups stammen. Die fleischgewordenen Träume aller Mädchen-Fantasien durften nicht homosexuell sein. Denn ein Mädchenschwarm, der noch weiter entfernt scheint, da er nicht auf Frauen steht, ist keine gute Werbung für den Erfolg einer Band. Auch bei der US-amerikanischen Boygroup N’SYNC gab es ihn – den heimlichen Schwulen, der in der Öffentlichkeit ein Doppelleben führen musste. Sei Outing soll nach seinen Aussagen auch nicht ganz freiwillig erfolgt ein. Der amerikanische Promi-Blogger soll Bass angeblich durch eine bösartige Kampagne zum Outing gezwungen haben. US-Meiden riefen den Sänger damals an und setzten ihm eine Frist sich zu guten, da diese es sowieso tun werden. Der Sänger sah sich in diesem Fall zu diesem Schritt gezwungen.

 

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1VZAjvi)

Eloy de Jong

Die 90er Jahre waren das Jahrzehnt der Boygroups. Doch nur wenige Boygroups haben es geschafft über mehrere Jahre erfolgreich zu sein. Die niederländische Boygroup „Caught in the Act“ gehörte zu den erfolgreicheren Gruppen dieses Jahrzehnts. Und auch bei CITA galt, was für alle Boygroups galt – alle mussten große Mädchenschwärme sein. Wenn die eigene Identität damit nicht mit dem Bild, was Plattenfirmen verkaufen wollen, übereinstimmt, ist das der Grund für eine Identitätskrise. Eloy de Jong fühlte sich nämlich in der Rolle des Mädchenschwarms falsch und lebte damit eine Lüge. „Ich war natürlich schwul, das war ein großes Geheimnis. Ich habe immer das Gefühl gehabt, ich bin ein großer Star, aber wenn die Leute wirklich wissen, wie ich im Herzen fühle, dann will mich keiner mehr kennen, meine Platten kaufen“, erklärte der EX-Boygroup-Sänger in einem Interview. Nach dem Ende der Band kam dann auch das Outing. Lange Jahre war er auch mit dem mittlerweile tragisch verstorbenen Sänger Stephen Gately zusammen.

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1OmmXUC)

Stephen Gately

Auch die Karriere von Stephen Gately verlief wie im Bilderbuch. Ganze sechs Jahre bestand sein Leben in der Öffentlichkeit aber aus einer Lüge, bis Gately im Jahre 1999 mit einer einfachen Pressemitteilung („Ich bin schwul und verliebt“) erklärte, dass er mit seinem Kollegen Eloy de Jong in einer Beziehung sei. Für den 23-jährigen Boyzone Sänger ein großer Schritt. Denn der Sänger fürchtete damit das Ende seiner Karriere einzuleiten. Die Fans reagierten positiver auf das Coming-out als sich Medien und Management wohl gedacht hatten. Doch auch sein Outing war nicht ganz freiwillig. Ein ehemaliges Bandmitglied drohte den Sänger mit seiner Lüge zu erpressen und Details aus seinem Liebesleben an die Öffentlichkeit zu geben. Dem Kam der Sänger zuvor und erntete großen Respekt. Leider half es der Karriere nicht wirklich weiter und die Boyzone lösten sich nur sechs Monate nach dem Coming.out auf. Tragisch endete dann auch das Leben des Sängers. Im Jahre 2009 starb Gately nach einer Party in seinem Ferienhaus auf Mallorca.

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1mQhY86)

Ricky Martin

„Ich bin ein glücklicher homosexueller Mann. Ich bin gesegnet, der zu sein, der ich bin“, schrie Ricky Martin 2010 nach jahrelangen Spekulationen auf seiner Website. Als Auslöser für den Befreiungsschlag gab der Sänger die Arbeit an seiner Autobiografie an. Zudem ist der Sänger seit2008 Vater von Zwillingen. Die Kinder wurden von einer Leihmutter geborenen und heizten weiter die Gerüchte um seine Homosexualität an. Auch wenn der Sänger längst nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen kann, ist er vor allem im spanischsprachigen Raum noch achtbar erfolgreich.

 

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1TPt0Vs)

Tiziano Ferro

Tiziano Ferro ist in Deutschland vor allem durch seinen Hit „Perdono“ bekannt. Auch Ferro war der Typ Frauenschwarm. Daher war das Medienecho (vor allem in Italien) über das Coming-Out, das der Sänger im Rahmen eines Interviews mit der italienischen Ausgabe von „Vanity Fair“ als schwul outete. Der damals 30-Jährige sagte dem Magazin, sein Coming-out sei das Ergebnis eines langen Prozesses gewesen. Das ewige Versteckspiel hatte für den Sänger sogar körperliche Auswirkungen. So soll er sich häufig krank gefühlt haben, was ihn zu dem Schritt bewegt hat, diese innerBerlastung endlich abzuwerfen. Ein Schritt, der ein gewisses Risiko birgt. Italien gehört in der EU zu den konservativsten Ländern, was das Thema Homosexualität angeht. Das erklärt wohl auch das Statement, das Ferro der Vanity Fair gab: „Ich will diesen Teil von mir ausleben, aufhören, Homosexualität als ein Monster, etwas negatives, gar schwächendes anzusehen“.

Das ist natürlich nur eine Auswahl. Die Reihe an Popstars, die schwul sind ist viel größer. Diese kurzen Biografien stehen aber exemplarisch dafür, wie mit diesem Thema in unserer Gesellschaft noch umgegangen wird.

Ist schwul in Hollywood ok? Diese fünf Schauspieler sind schwul

Jake_Gyllenhaal_at_WonderCon_2010_4Jake Gyllenhaal hat diese Woche in einem Interview die These aufgestellt, dass es mittlerweile in Hollywood „OK“ sei, wenn ein Schauspieler offen zu seiner Homosexualität stehe. Wirklich viele prominente Schauspieler gibt es bisher noch nicht, die offen zu ihrer Homosexualität stehen. Denn schwul passt in den Köpfen vieler Menschen immer noch nicht zu der Rolle eines Herzensbrechers. Auch wenn es sich bei dem Brecher der Herzen um eine Rolle handelt, die von einem talentierten schwulen Schauspieler gespielt wird.

Viele Darsteller, ob lesbisch oder schwul, befürchten daher, dass sie befürchten Rollenangebote nach einem Outuing ausbleiben würden. Gyllenhaal, der selbst vor rund zehn Jahren, die Rolle eines schwulen Cowboys in dem Oscar prämierten Film „Brokeback Mountain „ verkörpert hatte, sieht zwar, dass sich die Zeiten ändern, bisher haben aber noch nicht wirklich viele Schauspieler, den Weg in die Öffentlichkeit gefunden.

Auch in diesem Bereich fehlt es an genügend Vorreitern, die den Weg ebnen, so dass es in einigen Jahren egal ist, ob ein Mann auf Männer oder eine Frau au Frauen steht. So lange man dieser Person zutraut eine Rolle glaubwürdig zu spielen, sollte das doch kein Problem sein. Denn andersrum schaffte es auch Gyllenhaal zusammen mit dem mittlerweile verstorbenen Heath Ledger, die schwule Liebe zwischen zwei Cowboys glaubhaft zu verkörpern.

Für mich persönlich gibt es aber einige gute Vorbilder, die beweisen, dass auch ein schwuler Schauspieler in Hollywood Erfolg haben kann.

Neil Patrick Harris

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1HuFUap)

Der für mich beste Beweis, dass man auch als homosexueller Traummann einen Womaizer spielen kann, ist Neil Patrick Harris, der in seiner Rolle als Barney Stinson in der Serie „How I met your mother“ weltberühmt geworden ist. Wie kaum ein anderer Hollywood Darsteller hat es der Schauspieler geschafft, das Klischee zu entkräften, dass Schwule keinen Erfolg haben könnten. Neben seiner Rolle in der US-Serie folgten noch zahlreiche Rollen in anderen Hollywood-Filmen, darunter „Gone Girl“. Harris’ ist seit 2004 mit dem Schauspielkollegen David Burtka zusammen.

Das Paar hat mittlerweile zwei Kinder. Nachdem der New Yorker Senat am 24. Juni 2011 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert hatte, gaben Harris und Burtka bekannt, sich bereits fünf Jahre zuvor verlobt zu haben. Im September 2014 heirateten die beiden dann in Italien.

Jim Parsons

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1Pi6qq6)

Jim Parsons ist den meisten Menschen wahrscheinlich bekannt als hochbegabter, menschenfeindlicher Dr. Sheldon Cooper aus der Serie „Big Bang Theory“. Derzeit ist der Schauspieler auch der am besten bezahltete Seriendarsteller der Welt. Relativ unspektakulär hat der Mann offiziell bestätigt, dass er schwul ist. Die Bestätigung seiner Homosexualität kam nebenbei, obwohl über seine Homosexualität schon länger geschrieben und berichtet wurde. So wurde der Schauspiel zum Beispiel in einem Porträt in der „New York Times“ als „schwul und seit zehn Jahren in einer Beziehung““ beschrieben. Das Outing nebenbei kam dann wenig spektakulär. Dies ist in meinen Augen genau der richtige Weg einer „Sensation“ auszuräumen. Letztlich lebt Parsons seit Jahren skandalfrei und ohne großes Aufsehens um sich und sein Liebesleben zu machen.

Sir Ian McKellen

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Quelle. Wikipedia (http://bit.ly/1NevMOV)

Sir Ian McKellen kommt noch aus einer anderen Zeit und hat daher auch noch erlebt, wie Homosexualität illegal war. Der Schauspieler, der 1939 geboren wurde hat sich auch erst im Alter von 49 Jahren öffentlich geoutet. In einem Interview sprach der „Herr der Ringe“-Star einst über den Schmerz seines heimlichen Lebens. Demnach sei es als Schwuler in seiner Generation undenkbar gewesen, eine Familie zu gründen, gab McKellen in einem Interview über sein Leben bekannt. Sei Leben sei zudem ständig von diesem „schrecklichen Geheimnis“ beherrscht gewesen. So lebte der Darsteller von Gandalf aus der Herr der Ringe und Der Hobbit-Trilogie bis zu seinem 49. Lebensjahr außerhalb von London, fernab von der schwulen Szene der britischen Hauptstadt eher zurückgezogen. Heute ist die Homosexualität für ihn kein Problem mehr und McKellen ist mit Sicherheit ein großes Idol für die Männer seiner Generation.

Wentworth Millers

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1Q49GE6)

Einer der für mich heißesten Männer in dieser Liste ist der Darsteller der US-Serie „Prison Break“ – Wentworth Miller. Der damalige Frauenschwarm hielt seine Homosexualität lange unter Verschluss, bzw. äußerte er sich gar nicht dazu. Der Auslöser seines öffentlichen Coming-outs war dann aber eine Einladung zum Filmfestival in das russische St. Petersburg. In einem öffentlichen Brief an die Veranstalter sagte er seine Teilnahme ab. Als Grund gab der Schauspieler an, dass das „Anti-Homosexuellen-Gesetz“ in Russland ihm eine Teilnahme unmöglich mache. „Als jemand, der in der Vergangenheit Russland immer gerne besucht hat und auch russische Vorfahren hat, würde ich gerne zusagen. Als schwuler Mann jedoch, muss ich absagen.“ Sein Brief wurde auf der Webseite der Organisation „GLAAD“ veröffentlicht.

Zachary Quinto

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Quelle: Wikipedia (http://bit.ly/1PTjYbD)

US-Schauspieler Zachary Quinto schließt meine Liste. Der Schauspieler wurde vor allem bekannt als Mr. Spock aus dem Film „Star Trek 11“ sowie spielte er in den Serien „Six Feet Under“ und „Heroes“ mit. Auch Quito outetete sich beinahe unbemerkt in einem Interview mit dem New York Magazine als homosexuell. Wie selbstverständlich bezeichnete sich der Darsteller darin mehrmals als „schwuler Mann“ und berichtete über die Reaktionen seines Umfelds sowie über die Schwierigkeiten, die Homosexuelle in der Gesellschaft immer noch haben.

Auch Quito outete sich daher mehr oder weniger unspektakulär und ohne großes Aufsehen zu erregen. Das ist in meinen Augen auch der genau richtige Weg. Denn die Frage, ob ein Star homosexuell ist oder nicht, sollte nicht mehr die Sensationsgier der Boulevard-Presse wecken.

Alle Darsteller, die ich hier aufgelistet habe, sind für mich Vorbilder in ihrer Branche und hoffentlich auch Wegbereiter für viele weitere talentierte schwule Schauspieler, die dadurch auch offen und unverkrampft zu sich stehen können.