AFD will mit Hetze gegen Homo-Propaganda in den Wahlkampf von Baden-Württemberg

(c) by blu-news.org Quelle: http://bit.ly/1DdQwIr

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Die AFD ist auf dem Weg nach ganz rechts außen. Nachdem sich die Partei bei ihrem vergangenen Parteitag faktisch gespalten hat, haben die ultrarechten das Sagen und sind von der Polemik nur noch schwer von NPD und Konsorten zu unterscheiden. Damit hat sich die Partei auch entscheiden, was sie sein möchte – eine homophobe Partei.

Jetzt hat die Partei in einem Papier zum anstehenden Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg dem so genannten „Gender Mainstreaming“ den Kampf angesagt. Dabei bedient sich die Alternative für Deutschland rhetorisch und inhaltlich bei Putin und fordert ein Verbot „jegliche(r) staatliche(r) Propaganda – In Schulen, den Massenmedien oder im öffentlichen Raum – für bestimmte sexuelle Orientierungen oder Verhaltensweisen strikt ab. Die Förderung der klassischen Familie ist davon ausgenommen.“

Übersetzt bedeutet das nichts anderes als, dass sich die AFD darum sorgt, dass man Kinder zur Homosexualität erziehen könnte. Ein Argument mit dem Putin schon vor einem Jahr rigoros gegen Homosexualität im öffentlichen Raum vorgegangen war. Die AFD versucht wohl damit entrüstete Wutbürger im Ländle auf ihre Seite zu ziehen, die seit Jahren gegen die liberale Schulpolitik der grün-roten Landesregierung auf die Straße gehen. Die Vorstellung, man könne für eine sexuelle Orientierung werben ist einfach nur lächerlich. Dabei steht die Partei glücklicherweise alleine dar, denn selbst die CDU würde in Baden-Württemberg bei einer möglichen Regierungsübernahme so weit gehen.

Gefährlich ist indes die Rhetorik der rechtspopulistischen Partei mit der gegen Toleranz argumentiert wird. So heißt es in dem Papier der AFD wörtlich: „Die Alternative für Deutschland hält einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der ‚zu sexuellem Experimentieren Ermutigen soll‘, für einen sittenwidrigen Eingriff in die Kinderseelen und für eine schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen und physischen Entwicklung junge Menschen.“

Damit driftet die Partei in der Wortwahl vollkommen ins rechtsextreme Spektrum ab und kann als homophobe Partei bezeichnet werden. Für Homosexualität kann man zwar nicht werben, leider aber für irrgeleitete politische Überzeugungen. Daher hoffe ich, dass die Forderungen der AFD in der politischen Diskussion am rechten Rand bleiben und keinen Einzug in den Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg finden.

Wie seht ihr das? Sind die Äußerungen der AFD gefährlich und treffen gar den Nerv eines großen Teil der Bevölkerung oder sind es die rechten Parolen einiger weniger?

Gute Zeiten für Homosexuelle, schlechte Zeiten fürHomophobe!

Quelle: Wikipedia http://bit.ly/Uoxo4t

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Manchmal wird man auf ganz spezielle Themen aufmerksam, über die man niemals gedacht hätte, dass man je schreiben würde. So geschehen vergangenen Freitag als ich eine Folge der RTL-Vorabendserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ angeschaut habe – ja hin und wieder schaue ich diese Serie immer noch (seit knapp 14 Jahren). Doch was mir dort auffiel ist purer Stoff für dieses Blog. Denn ein neuer Handlungsstrang von GZSZ befasst sich mit der Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Das klingt zunächst nicht besonders, denn das Thema Diskriminierung von Homosexuellen war schon einige Male Teil des Plots von GZSZ und Co. Doch die neue Handlung der RTL-Soap bringt eine ganz neue Qualität mit hinein, denn die Drehbuchschreiber greifen die aktuelle Diskussion um die Bildungsplangegner in Baden-Württemberg und beziehen ziemlich deutlich Stellung, was dieses Thema anbelangt.

Worum geht es in aller Kürze

Für alle die nicht regelmäßig die spannenden Geschichten von GZSZ verfolgen, möchte ich die wichtigsten Teile der Handlung zusammenfassen: Die neu gegründete PR-Agentur von Katrin hat den ersten Großkunden an Land gezogen – einen Optiker aus Berlin, der im Stadtteil Mitte eine neue Filiale eröffnen möchte. Doch dieser, Mitglied eines Elternverbands, spricht sich öffentlich in diskriminierender Weise und mit der gleichen haarsträubenden Polemik gegen die Thematisierung von Homosexualität im Lehrplan aus. Ich möchte die Argument an dieser Stelle nicht erwähnen. Ich habe bereits Anfang des Jahres über die wilden Theorien der Bildungsplangegner aus Baden-Württemberg und der gesamten Republik gesprochen. (Mehr dazu)
Doch das Interessante an der Geschichte innerhalb der RTL-Serie ist, dass die gesamte Dramaturgie und die Darstellung der Diskussion ein klares politisches Statement darstellt – nämlich gegen die Thesen der so genannten besorgten Eltern. Damit trägt GZSZ in meinen Augen einen wichtigen Teil dazu bei, wie das Thema Aufklärung über Homosexualität unter Kindern und Jugendlichen wahrgenommen wird. Im Regelfall missfällt es mir zwar, dass Homophobe ihre Positionen im Fernsehen vortragen dürfen (auch wenn es hier reine Fiktion ist), doch in diesem Falle verdeutlichen Handlung und Darstellungsform, wie mit dieser Meinung umzugehen ist.

Zudem ist die Aktualität dieser Handlung höchst erfreulich, denn so bekommen auch Kinder und Jugendliche, die zwar zu den großen Fans der RTL-Soap zählen, mit Tagesschau und heute-Nachrichten aber nicht so viel anfangen können, einen Bezug zu einer gesellschaftspolitischen Diskussion, von der sie ansonsten nichts mitbekommen hätten.

Man kann natürlich über die Qualität von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ streiten, genauso wie man über die Beweggründe sinnieren kann, weshalb die Daily Soap immer mehr zum Chronisten wird und nicht mehr generische Probleme, die grob in ein Jahrzehnt aber nicht konkret in ein Jahr einzuordnen sind, aufgreift. Das führt für meine Betrachtungsweise an dieser Stelle zu weit. Ich freue mich jedenfalls, dass mit einem solchen Thema bei RTL auf diese Weise umgegangen wird. Denn auch wenn es viele Erwachsene nicht glauben ,mögen, die Geschichten der RTL-Soap haben in gewisser Weise auch eine erzieherische Funktion für die (jungen) Zuschauer. Von daher gibt es von mir einen Daumen hoch für RTL