Charlie Sheen: „Ich bin HIV-positiv“

charlie-sheen-today-a-hed-2015

Charlie Sheen im Gespräch mit US-Talker Matt Lauer zu seiner HIV-Infektion.

Der Schock war dann doch groß, auch wenn seit einigen Wochen schon darüber spekuliert wurde. Der US-Schauspieler Charlie Sheen hat im US-Fernsehen seine Infektion mit dem HI-Virus öffentlich gemacht. Der Skandal folgte dann direkt danach. Denn der Schauspieler wurde wegen seiner Krankheit angeblich von einer Prostituierten erpresst.

In der „Today“-Show des US-Fernsehsenders NBC sagte der Hollywood-Schauspieler: „Ich bin HIV-positiv.“ Im Gespräch mit Moderator Matt Lauer auf dem US-Sender NBC bekannte Sheen zudem, dass er von der Diagnose bereits vor vier Jahren erfahren habe.

Das öffentliche Bekenntnis von Charlie Seen kommt zwei Wochen, nachdem das Klatsch-Portal „Radar Online“ einen Schmutzartikel über die angebliche HIV-Infektion eines Hollywood-Superstars veröffentlich hatte („Hollywood Superstar’s Desperate Battle With Aids Revealed“). Auch wenn der Artikel den Namen von Sheen nicht nannte, war er ansonsten sehr explizit und sprach über Jahrzehnte des lasterhaften Lebens.

Auch andere Medien griffen die schmutzige Meldung auf und heizten die Spekulationen über die HIV-Infektion von Charlie Seen weiter an.

Und wieder siegt das Stigma und die Sensationsgier der Menschen. Schon bei der HIV-Infektion von Nadja Benaissa erfolgte das Outing nicht ganz freiwillig. Zudem ergoss sich eine Welle der Verurteilungen über die Sängerin.

Lebensstil hin oder her, schuld oder unschuldig. In erster Linie sollte die persönliche Ehre des Betroffenen stehen. Eine HIV-Infektion ist auch im Jahre 2015 noch eine ernste chronische Erkrankung. Doch sie ist behandelbar. Die Horror-Bilder aus den 80er und 90er Jahren darf man zwar nicht vergessen, doch aus der Identifikation von HIV-positiven Menschen eine öffentliche Hetzjagd zu machen, ist widerlich.

Naiverweise dachte ich, dass wir über dieses Stadium hinweg sin. Der Fall Seen zeigt mir aber, dass die Sensationsgeilheit über de, Recht auf persönliche Ehre steht. Für Es ist auch traurig, dass im Zusammenhang mit HIV und AIDS immer von Schuld gesprochen wird. Krebs und Herzinfarkte können auch auf einen lasterhaften Lebensstil zurückgehen. Trotzdem ist es unangebracht im Zusammenhang mit einem solchen Schicksal von Schuld zu sprechen. Ich habe großen Respekt vor Charlie Sheen, dass er den Mut aufgebracht hat, zu seiner Krankheit zu stehen und hoffe, dass sich die Wogen wieder glätten. Was haltet ihr von diesem Thema?

Advertisements

Ein Kommentar zu “Charlie Sheen: „Ich bin HIV-positiv“

  1. „Der Schock war dann doch groß“ – darf ich fragen für wen? Und ist der Schock dann auch „doch groß“ (für wen auch immer), dass mein Freund C. nun auch ne HIV-Diagnose hat? Oder ist der „Schock“ dann eher ‚mittel‘ oder doch vielleicht sogar ‚klein‘?
    Sorry – aber Du hättest echt viel zu tun, wenn Du hier jeden der an HIV erkrankt ist mit einer Meldung bedenken würdest. Und noch mehr, würdest Du hier all‘ die vermelden, die wegen Rauchen an Lungenkrebs erkrankt sind.
    Mensch ist Mensch, ob US-Schauspieler oder Syrien-Flüchtling

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s