Ehe für alle: Warum die Eingetragene Lebenspartnerschaft nicht die gleichen Rechte hat

(C) by Michael Verhoef (Quelle: http://bit.ly/1GbWFRd)

(C) by Michael Verhoef (Quelle: http://bit.ly/1GbWFRd)

Dises Jahr haben gleich mehrere Länder Geschihte geschrieben. Sowohl Irland als auch die USA haben die Ehe für homosexuelle Paare geöffnet. Damit können in beiden Ländern homosexuelle Paar zu den gleichen Bedingungen heiraten wir hetereosexuell Paare auch. In Deutschland – und es ist weiterhin eine Scnande für die CDU-geführte Bundesegierung – besteht für homosexuelle Paare lediglich die Möglichkeit einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft. Nun werden einige einwenden, dass diese doch fast die gleichen Rechte haben. Doch genau das ist zu kurz gedacht. Denn beide Institutionen unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten – vor allem vor dem Gesetz.

Das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft, häufig auch Homo-Ehe bezeichnet, wurde 2001 in Deutschland eingeführt. Damals war das Gesetz ein Kompromiss der rot-grünen Bundesregierung, da für die Ehe-Öffnung keine Zweidrittelmehrheit im Bundestag vorhanden war. Zudem hatten Eingetragene Lebenspartnerschaften zu Beginn zwar viele Pflichte, aber kaum Rechte. Vor allem in vielen steuerlichen Fragen waren die homosexuelle Paare benachteiligt. Dies lag an der CDU-geführte Mehrheit im Bundesrat, die diese Rechte blockierte. Es war also von Anfang an, die CDU, die die Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften bremste.

Seit der Einführung haben Lesben und Schwule mit Hilfe des Bundesverfassungsgerichts viele Rechte erstritten. Offen bleibt neben der Adoption vor allem der rechtliche Schutz von Lebenspartnerschaften. Die Ehe erfährt im Artikel 6 (Absatz 1) des Grundgesetzes besonderen Schutz. Lebenspartnerschaften können hingegen theoretisch durch einen einfachen Mehrheitsbeschluss der Parlaments aufgehoben werden. Auch wenn das niemand ernsthaft plant, zeigt das die mangelnde Wertschätzung die Eingetragene Lebenspartnerschaften vom dem Gesetz erfahren.

Das kann zur Konsequenz haben, dass Schwule und Lesben immer wieder Rechtsprobleme habe, da zum Beispiel in Verischerungspolicen nicht klar geregelt wurde, dass ein eingetragener Lebenspartner gleichwertig zu einem Ehemann oder einer Ehefrau zu sehen ist.

Es ist vor allem der bürokratische Irrsinn, der eine Ehe-Öffnung zwingen notwendig macht. Die Grünen haben im November 2014 eine Gesetzentwurf vorgelegt, der alle Ungleichheiten beseitigen würden. Es ging hierbei um 150 Änderungen in 54 Gesetzen. Es ging lediglich darum, nebem dem Wort „Ehegatte“ auch das Wort „Lebenspartner“ hinzuzufügen. Unter anderem ging es auch um solch irrsinnige Verordnungen wie das Sprengstoffgesetz.

Daher gibt es auch nur eine Konsequenz, die man daraus ziehen kann. Es geht nicht datum, dass homosexuelle Paare bis in alle Zeit jede rechtlichen Änderung für die Ehe erstreiten, sondern dass man die Ehe öffnet. Mit einer Änderung des Grundgesetzes, in dem die Ehe für homosexuelle Paar geöffnet würde, könnte alle Unsicherheiten und allen bürokratischen Irrsinn beseitigen. Damit ist die Ehe zwischen Mann und Frau nicht weniger wert als vorher. Rechte sind kein Nullsummenspiel, denn es profitieren alle davon. Damit ist die leidige Diskussion, wer adoptieren darf und wer nicht endlich beseitigt. Doch in weiten Teilen bleibt die Öffnung der Ehe ein indiskutables Reizthema. Eine Partei, die von sich behauptet, christliche Wert zu vertreten, betreibt staatliche Diskriminierung, da an irgendeiner Stelle der Bible (zudem noch im Alten Testament) Homosexualität als Sünde bezeichnet wird. Deutschland macht sich mit dieser Einstellung in der Welt lächerlich. Denn es gibt keinen vernünftigen Grund gegen eine Öffnung.

Schwule Marken (VII): ES Collection und Addicted to Barcelona

ES Collection. Quelle Facebook http://on.fb.me/1iqwBw5

ES Collection.
Quelle Facebook http://on.fb.me/1iqwBw5

Man kann das Mode-Label auch als das europäische Aussiebum bezeichnen. Denn „ES Collection“ setzt ähnlich wie das australische Modelabel auf Kleider, die besonders figurbetont und knapp sind. Mit einer Kombination aus Sport, Spanien und durchtrainierten Männerkörpern, bekommt man die Aufmerksamkeit vieler schwuler Männer.

Mit dem Ziel die spanischen Strände zu erobern wurde das Label 2006 von den den beiden Katalanen Joan Busquets und Eduardo Suñér in Barcelona gegründet und hat seither einen beispiellosen Siegeszug in den Kleiderschränken schwuler Männer gestartet. Mit einer Mischung aus bunten Farben, sportlicher und knapper Schnitte hat das junge, spanische Mode-Label (ES Collection) vor allem eine Zielgruppe – schwule Männer. Ähnlich wie bei Aussiebum sind die Kleider für viele heterosexuelle Männer wohl zu (noch) offenherzig. Schwule sind bei Mode ja in vielerlei Hinsicht Trendsetter. Mittlerweile ist das Tank Top auch bei den meisten heterosexuellen Männer tragbar geworden. Es ist vielleicht nur noch eine Frage der Zeit bis auch die Schnitte von ES Collection salonfähig geworden sind. Neben der Hauptmarke ES vertreiben die Katalanen noch die Wäschemarke Addicted (to Barcelona), eine Marke mit sehr eng und kurz geschnittenen Unterhosen.

Addicted Underwear Quelle: ES Collection auf Facebook http://on.fb.me/1FVRvJ9

Addicted Underwear Quelle: ES Collection auf Facebook http://on.fb.me/1FVRvJ9

Wer in den letzten Jahren auf einer schwulen Party gewesen ist, wird nicht umhin kommen, die Tank Tops von ES Collection zu bewundern. Die Mode ist trotz der Ähnlichkeiten zu Aussiebum europäischer. Die Sportklamotten und die Badehosen sehen nach Spanien und Strandurlaub aus. Mittlerweile hat es das spanische Unternehmen, das nach eigenen Angaben alle seine Kleidungsstücke in Spanien produzieren lässt, auch einen Store in den USA aufgemacht. In Deutschland vertreiben vor allem schwule Boutiquen die Kleider. Die Preise sind verhältnismäßig teuer.

Wer ES Collecrion oder Addicted trägt, trägt die Mode als ein Statussymbol. Denn die Teile haben zwar eine gute Qualität und Funktionalität, der Träger legt aver vor allem wert auf die optische Performance. Daher spricht die Marke wohl vor allem schwule Männer an.

Es ist die Verbindung aus Barcelona und schwulem Lifestyle, die den Erfolg von ES ausmacht. Schon früh hat sich die Marke in der schwulen Szene in Barcelona und Spanien platziert. Vor allem auf Events war die Marke sehr präsent, so hat ES die Mister Gay Wahl in Spanien sehr früh gesponsert.

Besonders der maskuline Körperkult ist der Grund für den Erfolg bei der schwulen Zielgruppe. Das hat ES Collection mit andere Mode-Labels mit großem Erfolg bei schwulen Kunden gemein. Das sieht auch der Mitbegründer der Marke Suñér so und vergleicht den Körperkult seiner Marke mit dem von Abercrombie & Fitch (mehr hier). Beide Marken stellen den männlichen Körper in den Vordergrund und zeigen vor allem athletische durchtrainierte Männer. Suñér findet aber, dass die Männer bei Abercrombie dann doch etwas femininer sind als die seiner Marke. Bisher ist die Wahrnehmung der Marke vollkommen auf die schwule Zielgruppe beschränkt. Kaum ein heterosexueller Mann kennt die Namen ES oder Addicted. Die Marke beschränkt ihre Marketingmaßnahmen auch vollkommen auf diese Käuferschichten. Das Wachstumspotential ist in dieser Käuferschicht noch immer groß.

Eine Erweiterung des Kundenkreises auch auf heterosexuelle Männer könnte der Marke sogar eher schaden. Bei Abercrombie und Hollister kam nach dem großen Hype in den letzten Jahren zuletzt der große Fall.