Wie homophob ist Jerusalem?

Ich dieses Jahr (2015) in Tel Aviv

Es ist noch nicht lange her, dass ultraorthodoxe jüdische Attentäter einen Anschlag auf die Gay Pride in Jerusalem verübt haben, bei dem sechs Teilnehmer verletzt wurden. Trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Gay Pride gelang es einem Attentäter, zum Umzug vorzudringen und auf sechs Teilnehmer einzustechen. Auch wenn der Anschlag von Politikern verurteilt wurde, ist Homophobie in Jerusalem ein veritables Problem. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nannte zwar „die Freiheit des Individuums“ einen „der grundlegendsten Werte in Israel(s).“ Doch in den Köpfen der Menschen ist Homosexualität noch immer etwas Abstoßendens. Das scheint wenig überraschend, da Jerusalem eine Stadt voller religiös orthodoxer Juden, Christen und Moslems ist.

Jerusalem ist der Gegenentwirf des toleranten und offenen Tel Avivs, das mitunter die weltlichste Stadt des Nahen Ostens ist. Dieses Jahr im Februar war ich das erste Mal in Tel Aviv und Jerusalem und konnte mich davon überzeugen, dass beide Städte unterschiedlicher nicht sein könnten.

Panorama Blick auf Jerusalem

Tel Aviv ist offen und modern. Man merkt eigentlich nicht, dass in dieser Stadt drei Weltreligionen nebeneinander leben. Auch die Menschen dort sind aufgeschlossen (gerade gegenüber Deutschen) und freundlich. Die Menschen tragen kaum religiöse Symbole und die schwul-lesbische Szene ist weltberühmt.

Panorama-Blick auf Jerusalem

Keine 40 Kilometer weiter im Landesinnern liegt Jerusalem. Ohne Zweifel eine der historisch interessantesten Städte, die ich je gesehen habe. Mich hat es aber doch etwas geschockt, wie viele Orthodoxe in dieser Stadt ihren (für mich) altertümlichen religiösen Riten nachgehen. Dabei meine ich nicht nur die orthodoxen Juden, die mit Locken und streng nach Geschlechtern getrennt durch die Straßen laufen, sondern auch die Christen, die mit einem Kreutz auf dem Rücken die Via Dolorosa hinauflaufen.

In Jerusalem (der Altstadt) schien es mir die ganze Zeit, dass die Zeit stehen geblieben ist. Ich kann jedem Tel Aviv Reisenden daher nur empfehlen, sich auch Jerusalem anzuschauen. Was passieren kann, wenn man als schwuler Mann offen seine Liebe zeigt, könnt ihr in diesem Video sehen.

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