Homophobie in den USA – Gründe für der Hass der weißen Oberschicht

Quelle: Facebook

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Während sich in Deutschland die Debatte um die Öffnung der Ehe wieder entzündet hat, wird in anderen Ländern ganz grundlegend über Homosexualität diskutiert. In den USA (in einigen Bundesstaaten gibt es zwar mittlerweile liberalere Gesetze als in Deutschland) haben christlich-fundamentalistische Wirrköpfe noch immer Hochkonjunktur.

Erst kürzlich startete der evangelikale Christ Franklin Graham über Facebook einen Boykottaufruf gegen LGBT-freundliche Unternehmen. Anlass war eine Werbekampagne von Wells Fargp, die ein lesbisches Paar zeigte. Aus diesem Grund kündigte Graham an, das Millionenvermögen seiner Organisation (Billy Graham Evangelistic Association) von der Bank abzuziehen. Die Organisation evangelikaler Wirrköpfe wurde vor mehr als 50 Jahren von seinem eigenen Vater gegründet, der gegen jede Form von gesellschaftlicher Aufklärung und Toleranz opponiert hatte. Nun besteht der Kreuzzug seines Sohnes eben darin gegen Homosexuelle Stimmung zu machen.

Diese Tiefschläge mögen für die meisten Menschen lächerlich wirken, finden in den USA aber immer noch großen Anklang. Denn erschreckenderweise bekam Grahams Post bis dato über 100.000 Likes auf Facebook sowie 16.000 Kommentare und 45.000 Shares. Es sind zwar nicht alle Kommentare positiv, sondern ein beachtlicher Teil verurteilt die Ansichten von Graham, dennoch ist die Zahl der Gegner von Homosexualität erschreckend.

Der Kampf vieler fundamentalistischer Evangelikaler gegen Homosexualität ist in den USA besonders heftig. In kaum einem anderen westlichen Land wenden sich Konservative so deutlich gegen Homosexualität wie in den USA. Die alten weißen Männer gehören in den USA aber zu einer aussterbenden Spezies. Wurden die Präsidentschaftswahlen in den USA in den vergangenen Jahrzehnten noch überwiegend in den weißen, evangelikalen Wählerschichten gewonnen, entschied Obama seine beiden Präsidentschaftswahlen bei schwarzen und lateinamerikanischen Wählern. Die weiße, konservative Bürgerschaft fürchtet in den USA anscheinend um ihre Privilegien und wettert daher verzweifelt gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt.

Neben religiösem Fundamentalismus ist die Angst um Privilegien wohl einer der Hauptgründe für den Kampf gegen gesellschaftliche Gleichstellung und Toleranz. Dabei ist dieser Kampf mehr als nur lächerlich, da sich durch die Anerkennung einer gesellschaftlichen Gruppe, die Rechte und die Privilegien einer anderen Gruppe nicht ändern.

Ironisch an dem Boykott-Aufruf via Facebook ist allerdings, dass das Social Network selbst zu den LGBT-freundlichsten Unternehmen der USA zählt. Das scheint ihn bei der Verbreitung seiner fundamentalen Thesen nicht zu stören.

Wie seht ihr das? Welche Gründe hat die starke Homophobie in einigen Teilen der US-Gesellschaft.

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Ein Kommentar zu “Homophobie in den USA – Gründe für der Hass der weißen Oberschicht

  1. Ich verfolge gerade ebenfalls die Entwicklung der Gleichstellungsgesetze in den USA und finde, dass es auch nicht allen Menschen grundsätzlich recht gemacht werden muss. Wie du es schon so schön schreibt – es ist eine aussterbende Spezies! Die Kirche ist überall auf der Welt homosexuellen feindlich, vergisst aber, dass jedes Geschöpf, laut der Bibel, gottgewollt ist! Gleichzeitig ist der ein oder andere Mensch auch so wunderbar fremdgesteuert und glaubt nur die Worte Anderer , ohne diese zu hinterfragen! Schrecklich, aber leider nicht selten!

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