Australien: Spot einer Anti-Gleichstellungskampagne wird während des „Sydney Gay Mardi Gras“ ausgestrahlt

Anti-Gleichstellungs-Werbung in Australien

Anti-Gleichstellungs-Werbung in Australien

Während Lesben und Schwule in Australien beim Sydney Mardi Gras – dem größten Gay Pride Festival in Australien – für gleiche Rechte und Toleranz warben – zeigten die australischen TV-Kanäle „Channel 7“ und „Channel 9“ einen Spot, der gegen die Gleichstellung der Ehe von Lesben und Schwulen wirbt. Der öffentlich-rechtliche Sender SBS entschied sich hingegen, die Anzeige nicht auszustrahlen und erntete dafür heftige Kritik, die Meinungsfreiheit zu untergraben.

In dem Spot werden die gewohnt dummen Argumente von Gleichstellungsgegnern wiederholt, dass eine Ehe aus zwei Männern oder zwei Frauen zu Lasten von Kindern ginge. Den Spot habe ich euch an den Artikel angehängt. Es kann natürlich kein Zufall sein, dass die Gleichstellungsgegner genau diesen Zeitpunkt für die Ausstrahlung ihrer menschenverachtenden Thesen wählten. Ein viel größerer Skandal ist es aber, dass zwei große Fernsehersender in Australien diesen Thesen eine Bühne gibt. Ich bin nämlich nicht der Ansicht, dass SBS politische Zensur betrieb. Denn Politische Werbung – sofern sie nicht verpflichtend ist – sagt auch immer etwas über den Sender aus. Rezipienten identifizieren einen Sender mit den Botschaften, die ein Sender ausstrahlt.

Natürlich müssen Medien mit Werbung Geld verdienen. Doch es macht einen Unterschied, ob ein Medium für kommerzielle Ziele von Unternehmen wirbt oder politische oder gesellschaftliche Thesen verbreitet. Medien haben einen großen Einfluss bei der Verbreitung von politischen Inhalten haben. Ich finde es daher skandalös, dass sich beide TV-Kanäle zum Instrument einer Anti-Gleichstellungskampagne machen lassen. Die Ausstrahlung einer Anti-Gleichstellungswerbung ist ein herber Eingriff in den Meinungsbildungsprozess. Über eigene Kanäle können Befürworter und Gegner ihre Positionen verbreiten. Durch die Ausstrahlung der Sender „Channel 7“ und „Channel 9“ bekommen diese Botschaften einen offiziellen Charakter.

Daher ist es in meinen Augen die richtige Entscheidung von SBS, diesen Spot nicht auszustrahlen. Wie seht ihr das? Teilt ihr meine Ansicht oder findet ihr, dass Medien im Sinne der Meinungsfreiheit solche Werbungen zeigen dürfen oder sogar sollen?

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Ein Kommentar zu “Australien: Spot einer Anti-Gleichstellungskampagne wird während des „Sydney Gay Mardi Gras“ ausgestrahlt

  1. Ein staatlicher Fernsehsender sollte überparteiisch sein. Das heißt entweder gar keine Spots ausstrahlen, egal ob Gegner oder Befürworter, oder beiden eine Plattform bieten und sich kritisch damit auseinandersetzen. Polygame Beziehungen werden in übrigen vom Staat gleichermaßen diskriminiert wie Homo-Beziehungen. Dafür gibt es aber keine Gleichstellungs-Lobby.

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