Schwule Hymnen (IV): Madonna – „Express Yourself

Für alle, die mich kennen ist das sicher eine mittlere bis große Überraschung. Denn ich bin absolut kein Madonna-Fan und halte diese Frau auch für eine der überschätztesten Künstlerinnen aller Zeiten. Sie hat gute Produzenten, aber ihr eigenes Talent besteht eher darin eine Show zu machen als zu singen oder Lieder zu schreiben. Aber es geht ja nicht nur um meinen Geschmack, sondern eben auch um einen Verdinest für die lesbisch-schwule Community. Diesen Verdienst muss man Madonna jedenfalls lassen. Die Sängerin hat früh erkannt, wer ihre Lieder zu Hits machte und welche Fanbase die Grundlage für eine lange Karriere ist. Somit hat Madonna einiges richtig gemacht als sie 1989 die Single „Express Yourself“ veröffentlichte. Auch wenn das Lied nicht unbedingt direkt an die LGBT Community adressiert war.

Der Song ist nämlich eigentlich eine Hymne für die Emanzipationsbewegung von Frauen. Für die sexuelle und persönliche Selbstbestimmung von Frauen hat sich Madonna Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre sehr stark gemacht. Der Song lässt sich aber vielfältig interpretieren. So kann man ihn auch als eine Emanzipationshymne für Schwule und Lesben ansehen, denn die Aufforderungen sich selbst zu verwirklichen sind praktisch eins zu eins auf die Emanzipation von Homosexuellen zu übertragen. Der Song spricht viel über Würde und Selbstbestimmung, weswegen er auch auf Schwule und Lesben übertragbar ist. Madonna sagte selbst über die Bedeutung des Songs, dass man sich nicht selbst entfalten kann, wenn man sich nicht zu dem bekenne, was man eigentlich ist. Das beziehe sie nicht nur auf die Karriere, sondern auch auf die Möglichkeit eine romantische oder sexuelle Beziehung einzugehen. Das sehe sie als Kernaussage hinter dem Song.  Eine sehr detaillierte Bewertung des Songs aus schwuler Sicht habe ich auf dieser Seite gefunden. Für alle, die gut im Englischen sind, lohnt sich der Artikel auf jeden Fall. Daher traf wohl auch die Aussage „Don’t go for second best“ bei schwulen großen Anklang. Für mich gehören die alten Lieder der 80er und 90er Jahre von Madonna zu ihrer Hochzeit. Damals war sie eine der wichtigsten Ikonen der lesbisch-schwulen Bewegung. Das Selbstbewusstsein und die Selbstbestimmtheit, die Madonna verkörpert, machten sie damals zu einem Vorbild für viele. Eines muss man ihr auf jeden Fall lassen (und da muss ihr meine Generation dankbar sein): Ohne Madonna gäbe es wohl heute keine X-Tinas, Lady Gagas oder Rihannas und das wäre aus meiner Perspektive sehr schade ;-)

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