Schwule Hymnen (1): Somewhere over the Rainbow

 

“Somewhere over the Rainbow” von Judy Garland ist einer der klassischsten Hymnen der schwul-lesbischen Emanzipation. Der Song aus dem „Zauberer von Oz“ wurde in den 40er Jahren mit dem Oscar für den besten Filmsong ausgezeichnet. Der Text des Songs diente vielen Schwulen in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts aber als Hymne ihrer Bewegung. Die Sängerin, Judy Garland, wurde schnell zur Ikone der damaligen schwulen Emanzipationsbewegung und war letztlich auch ihr Auslöser. In meinem Artikel über Diven habe ich das bereits beschrieben:

„Der Tod der Interpretin Judy Garland gilt zudem als Auslöser der Schwulenproteste von Stonewall. Denn als der Leichnam 1969  nach New York überführt werde sollte, reisten viele Schwule nach New York, um den Trauerzug zu begleiten. Zu dieser Zeit kam es in New Yorker Schwulen Clubs vermehrt zu Razzien, da Homosexualität unter Strafe stand. Wenige Tage nach der Beerdigung von Judy Garland wehrten sich Schwule, Lesben und Transgender das erste Mal gegen die willkürlichen Razzien der New Yorker Polizei. Auch wenn die kausale Beziehung der Ereignisse nicht klar belegt werden kann, hat sie trotzdem einen gewissen Symbolcharakter. Die Bewunderung für Diven verband viele Schwule im Geheimen miteinander.“

Was jedoch macht diesen Song zu einer schwulen Hymne? Eine Hymne, die bis zum heutigen Tag dazu geführt hat, dass Lesben und Schwule weltweit den Regenbogen als eines ihrer Erkennungssymbole verwenden und die Regenbogenflagge der Ausdruck der Emanzipation geworden ist.

„Somewhere over the Rainbow“ ist ein Lied, das Hoffnung machen soll. Hoffnung auf ein besseres Leben. Denn jenseits des Regenbogens, heißt es, sei ein Traumland. Diese Vorstellung traf damals die Wünsche und Hoffnungen der unter Verfolgung leidenden Schwulen weltweit. Alle samt teilten den Wunsch, dass irgendwann, jenseits aller gesellschaftlichen Diskriminierung, ein normales Leben in der Mitte der Gesellschaft möglich sei. Es ist ein Wunsch, den Schwule und Lesben bis heute in sich tragen. Auch wenn in dem Song mit keinem Wort die gesellschaftliche Diskriminierung erwähnt wurde, haben Schwule auf der ganzen Welt diese Zeilen für sich so gedeutet und auf diese Botschaft verkürzt ist es auch verständlich warum dieses Lied den Ausgangspunkt der Emanzipationsbewegung markierte.

 

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