#RainbowLaces: Mit Regenbogenschnürsenkeln gegen Homophobie

Quelle: YouTube

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Fußball ist ein Sport für harte Männer. Daher ist im Profi-Fußball auch kein Platz für Schwule. Dieses Klischee ist in den Köpfen einiger noch immer verfestigt.

Wegen dieser Vorstellung gibt es wohl aktuell keinen (aktiven) Profi-Spieler, der offen zu seiner Homosexualität steht. Denn die meisten homosexuellen Spieler haben wohl die Befürchtung,  vor allem im Stadion mit homophobe Sprechgesänge empfangen zu werden. Diese Angst kommt nicht von ungefähr, denn „schwule Sau“ war und ist im Fußball eine gängige Beschimpfung. Homophobie im Fußball – in der Kabine durch die anderen Mitspieler oder auf den Rängen durch die Fans – ist kein wirklich populäres Thema. Über Homophobie im Fußball habe ich bereits in einem anderen Beitrag geschrieben.

Das Outing eines Spielers nach seiner aktiven Zeit schlägt so große mediale Wellen, wie wohl in kaum einem anderen gesellschaftlichen Bereich. Gerade weil das Thema Homophobie im Profisport allgemein, aber vor allem im Fußball, so stark vorherrscht. Über ein halbes Jahr nach dem Outing des Ex-Nationalspielers Thomas Hitzelsperger ist jedoch eine  öffentliche Debatte über den Umgang mit homosexuellen Profispielern in Bewegung geraten.

Mit einem sehr selbst-ironischen Videoclip nähren sich die Stars des FC Arsenal auf unterhaltsame Weise diesem Tabuthema an. In dem Video sprechen die Spieler, was sie alles nicht an sich ändern können.

Das Video ist in Zusammenarbeit mit Paddy Power, Stonewall und dem Netzwerk Schwuler Fußball Fans (GFSN – The Gay Football Supporters Network) entstanden. Der YouTube-Clip ist der Auftakt einer Aktion, die am  13./14. September startet. An diesem Wochenende werden Schnürsenkel in Regenbogenfarben an Fussballclubs in Großbritannien verteilt. Auch ex-Nationalspieler Hitzelsperger war an der Konzeption der Aktion beteiligt. Unter dem Hashtag #Rainbowlaces kann jeder seine Unterstützung an der Aktion zum Ausdruck bringen.

Die Aktion vermittelt in meinen Augen ein wirklich schöne Botschaft. Denn Homosexualität, Herkunft und Äußerlichkeiten sind Dinge, die wir nicht ändern können. Nichtsdestotrotz müssen wir tolerant denjenigen gegenüber sein, die anders sind als wir. Es ist vor allem bemerkenswert, dass sich die Spieler selbst zu dieser Aktion bekennen und damit ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Außer Aufmerksamkeit nichts gewesen?

Solche Aktionen schaffen in der Regel Aufmerksamkeit und sind geschickt inszenierte PR-Projekte, die im besten Falle eine öffentliche Debatte auslösen. Doch lösen solche Aktionen in keiner Weise Problem. Dafür sind sie aber auch nicht konzipiert. Homophobie aus den Köpfen von Menschen herauszubekommen ist wahrscheinlich so schwer, wie ein Kamel durchs Nadelöhr zu ziehen. Doch solche Aktionen zeigen, dass es für diese Einstellungen Null Toleranz gibt. Wer im Stadion gegen Ausländer oder Homosexuelle hetzt wird sich damit hoffentlich bald isolieren. Noch würde ich behaupten, dass noch zu viele ungestraft in diese Sprechgesänge mit einstimmen würden.

Eine solche Aktion kann aber den Impuls setzten, dass sich langfristig daran etwas ändert. Dabei ist es nicht ganz unerheblich, dass die Aktion von prominenten Fußball-Profis gestützt wird und dass das Video dazu humoristisch aufbereitet ist. So lässt sich hoffentlich die größtmögliche Aufmerksamkeit erzielen. Denn auch wenn ich nicht glaube, dass sich durch solche Aktionen, Homophobie aus den Köpfen der Menschen verdrängen lässt, sich dadurch eventuell diese Einstellung an den Rand der Gesellschaft schieben lässt. Denn Homophobie sowie der Hass gegenüber allen gesellschaftlichen Gruppierungen darf nicht in der Mitte dieser Gesellschaft toleriert werden. Nicht der schwule Spieler sollte im Stadion die Feindseligkeit fürchten, sondern der homophobe Fan die gesellschaftliche Isolation für feindselige Äußerungen.

 

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