Drei CSDs und kein Halleluja!

Berlin ist in allen Dingen besonders, auch beim CSD. Denn in der Hauptstadt gibt es nicht einen, sondern gleich drei Paraden, die am selben Tag für die Rechte von Homosexuelle und gegen deren Diskriminierung aufmerksam machen sollen.

Berlin hat sich dieses Jahr einen äußerst peinlichen Streit um die Parade des Christopher Street Days geliefert. Ein Streit der vordergründig um den Namen der Parade und um deren politische Ausrichtung ging, in Wirklichkeit aber wohl eher durch persönliche Eitelkeiten gespeist wurde. Das Resultat dieses Streits war es jedenfalls, dass sich neben dem Hauptzug durch Berlin eine alternative Parade angemeldet hatte. Dies zweite Demo startete an der Botschaft des homohoben Landes Uganda und endete im Schöneberger Kiez an der Motzstraße.

Deutlich politische sollte der alternative CSD des neuen Aktionsbündnisses sein. Daher wurde die Parade auch von Berlins Regierenden Bürgermeister und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig eröffnet. Auch alle wichtigen Parteien nahmen an der Demo Teil. Nichtsdestotrotz versammelten sich die Massen beim großen Umzug, der in gewohnter Manier die Massen mit Musik beschallte.

Den dritten CSD gab es in Kreuzberg, der deutlich mehr Zuschauer anlocken konnte als der des neuen Aktionsbündnisses.

Doch warum braucht Berlin drei Paraden?

Warum Berlin mehrere Paraden braucht, können wahrscheinlich nicht mal die Veranstalter erklären, Der CSD als Veranstaltung steht schon seit Jahren in der Kritik zur Kommerzveranstaltung zu verkommen und politische, gesellschaftliche Motive zu vernachlässigen.

Aus diesem Grund erhält auch der Kreuzberger CSD in den letzten Jahren immer mehr Zuspruch, da er keine Sponsorin-Schlacht veranstaltet wie die übrigen CSDs deutschlandweit. Alternativ heißt in diesem Fall, dass es keine Feier werden soll, sondern eine Demo bleiben soll. Doch was ist das für ein Zeichen nach außen?

Die schwul-lesbische Community ist so zerstritten, dass sie es nicht fertig bringt, eine Parade für alle zu veranstalten? Dabei kämpfen wir doch alle für die gleichen Ziele. Es ist lächerlich, dass sich die Veranstalter nicht auf eine Demo einigen können. Doch zu Kompromissen ist anscheinend niemand der Beteiligten bereit. Es geht um eine gesunde Mischung aus Kommerz und Politik. Beides braucht der CSD. Den Kommerz braucht er, um die notwendige Relevanz zu bekommen und eine große Zahl an Menschen auf die Straße zu locken. Doch bei aller Freude und bei aller Party dürfen die politischen und gesellschaftlichen Ziele des Christopher Street Days nicht in den Hintergrund rücken. Es gibt auch heute noch genügend Gründe für Lesben und Schwule auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren.

Daher sollten sich die Beteiligten aller Paraden für die kommenden Jahre an einen Tisch setzen und gemeinsam nach einer Lösung findet, um diese Bewegung nicht noch weiter aufzubrechen und dafür zu sorgen, dass im nächsten Jahr nur eine Parade durch die Straßen von Berlin zieht.

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