Machen Disney-Filme homosexuell?

20140611-135236-49956600.jpgLetztes Jahr im Dezember habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt – ich war im Disney-Land in Paris. Disney hat mit seinen tollen Geschichten und den liebvollen Charakteren eine Welt für Kinder und Erwachsene geschaffen. Eine Welt, die Träume und Wünsche von Kindern über Generationen hinweg gestaltet. Eigentlich hielt ich Disney für einen sehr traditionellen Konzern. Die meisten Disney-Filme laufen nach dem gleichen Schema ab. Ein junger Mann verliebt sich in ein junges Mädchen und am Ende des Films kriegen sie sich. Diese Schema ist mal auf Menschen, mal auf Tiere übertragen. Es ist einfach, aber wunderschön. Nun sollte Anfang diesen Jahres dieses Schema durchbrochen sein und Kindern schwule Werte vermitteln. Dieser Vorwurf kam von christlichen Fundamentalisten und Mormonen in den USA.

Walt Disney’s neuster Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ sorgte für  Kritik im konservativen Teil Amerikas.

Der konservativer Pastor Kevin Swanson unterstellte Disney, dass ihr neuster Streifen Kinder unterschwellig mit dem Thema Homosexualität konfrontiere und ihnen somit den Eindruck vermittele, dass Homosexualität normal sei. Mal abgesehen davon, dass dieser Vorwurf alleine schon nicht schlimm wäre, stellt sich die ernste Frage: Wie kommt Swanson zu dieser Behauptung?

Zum einen solle der Oscar-prämierte Lied “Let It Go” sei eine Allegorie auf ein Coming-out. Das ist aber nur ein Nebensatz seiner Anschuldigung. Größeren Anstoß nimmt Swanson am Inhalt des Films.

Zum Plot des Filmes (Für Leute, die nichts über die Geschichte wissen wollen sollten hier nicht weiter lesen):

Hauptfigur Elsa hat im Film so gar kein Interesse an ihren Verehrern hat. Aus dieser Tatsache sei zu schließen, dass Elsa lesbisch wäre. Alle anderen Disney-Heldinnen davor waren ja stets hin und weg von ihren männlichen Verehren, nur die „lesbische“ Elsa schien dagegen immun. Auch wenn das an keiner Stelle des Films explizit erwähnt wird, sollen Kinder dadurch mit dem Thema Homosexualität konfrontiert werden.

Absurd ist die Behauptung der konservativen Christen, dass Disneys Eiskönigin ebenfalls ein sodomistisches Propaganda-Werk sei. Die männliche Hauptfigur Kristoff pflege eine „unnatürliche“ Verhaltensweise, da er eine zu enge Beziehung zu seinem ebenfalls männlichen Freund, dem Rentier Sven habe. Damit würde der Film dazu beitragen, dass Kinder mit dem Thema Homosexualität (und Sodomie) konfrontiert werden und dafür empfänglich gemacht werden.

Welche Botschaft vermittelt der Film tatsächlich?20140611-135237-49957017.jpg

Disney vermmitelt seit Jahrzehnten vor allem eins – Liebe und Toleranz. Das sind die Hauptmotive der meisten Disney Filme, ob es nun um einen Elefanten mit zu großen Ohren geht oder um ein Mädchen, das in einer Welt voller Männer „ihren Mann steht“. Nun zeigt Disney eben auch, dass es für ein Mädchen vollkommen in Ordnung ist, nicht auf das Werben ihrer männlichen Verehrer einzugehen, weil sie andere Ziele verfolgt. Um Homosexualität geht es dabei aber weniger. Kinder erkennen dieses Motiv normalerweise nicht. Für Kinder ist Elsa einfach eine Frau, die keinen Mann will.

Auch wenn es die konservativen Fanatiker hineininterpretieren, geht es Disney eher um das Thema Toleranz. Toleranz dafür, dass jemand anders fühlt. Ihre homophobe Weltsicht verhindert, dass sie den Wert einer solchen Darstellung erkennen. Kinder werden nicht lesbisch oder schwul, weil das Thema in einem Disney-Film thematisiert wird. Kinder interpretieren eine solche Darstellung auch nicht sexuell, das tun nur fanatische Homophobiker.

Disney führt aber Kinder behutsam daran, zu akzeptieren, dass manche Menschen anders fühlen. Ich würde mir sogar wünschen, dass Homosexualität in naher Zukunft auch explizit zu einem Bestandteil eines Disney-Plots würde. Denn kaum ein Filmstudio versteht es besser, solche Themen ansprechender für Kinder aufzubereiten. Auf den Vorwurf der Sodomie möchte ich überhaupt nicht eingehen. Denn dieser ist zu abwegig, um darüber zu diskutieren. Mogli ist ja auch kein Sodomist, nur weil er eine enge Beziehung zu einem sprechenden Bären pflegt.

Wie seht ihr das? Findet ihr, dass das Thema Homosexualität in einen Kinderfilm gehört? Sagt mir eure Meinung.

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s