„Ich habe ja nichts gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen…“

Quelle: http://on.fb.me/1jAOBTh

Etwas doppeldeutig in diesem Zusammenhang, aber nehmt es gelassen Jungs! Quelle: http://on.fb.me/1jAOBTh

Toleranz wird gesellschaftlich gefordert und mittlerweile ist es glücklicherweise so, dass man seine homophoben Ansichten nicht mehr so einfach öffentlich äußern kann. Dennoch sind homophobe Ressentiments so präsent wie eh und je. Sie werden nur anders geäußert. Es gibt einen Satz, der das beste Beispiel dafür ist, wie tief Ressentiments noch immer sitzen. Diesen Satz hört man öfters, wenn es um die Toleranz gegenüber Schwulen geht: „Ich habe ja nichts gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen.“

Diese Aussage ist so unreflektiert wie völlig weltfremd. Es sind aber nicht nur Männer, die sich in der Umkleidekabine hektisch ein Handtuch um die Hüfte wickeln und hektisch zerrend und zupfen versuchen die Unterhose zu wechseln, ohne dass irgendwer einen Blick auf ihr Geschlechtsteil werfen können. Es sind auch die übertont männlichen Kerle, die bei jeder Gelegenheit ihre Männlichkeit betonen müssen. Beide dieser Typen haben etwas gemein: Sie haben ein Problem mit ihrer Männlichkeit und fühlen sich durch die Möglichkeit ein homosexueller Mann könnte sie begehren, bedroht.

Ich behaupte, dass ein Mann, der sich seiner Männlichkeit vollkommen sicher ist, absolut kein Problem damit hat, wenn er mal von einem Schwulen angesprochen wird oder er merkt, dass ein schwuler Mann zu ihm herüberblickt. Denn worin besteht eigentlich das Problem? Es ist ja nicht so, dass schwule Männer wie brünftige Tiere völlig ungezügelt andere Männer anfallen und sexuell bedrängen, auch wenn diese keinerlei Interesse haben. Wobei Männer leider manchmal (auch schwule Männer) ein Nein nicht immer akzeptieren oder sich die ein oder andere sexuelle Übergriffe erlauben. Diese Einzelfälle tragen sicher auch zu diesem Vorurteil bei und verdienen dann auch eine entsprechende Reaktion. Doch der Großteil an schwulen Männern kann seine Finger bei sich behalten.

Und selbst wenn man als Heterosexueller von einem Schwulen intensiv angeschaut wird, so ist das doch keine schlimme Sache. Nehmt es doch als Kompliment. Denn es ist eine Wertschätzung für euer Aussehen und eure Ausstrahlung. Genauso wenig ist es eine Bedrohung für eure Männlichkeit, wenn ihr mal von einem Schwulen angesprochen werdet. Manchmal erkennt man es eben nicht auf den ersten Blick, ob ein Mann schwul oder hetero ist. Ich würde den Mut des Schwulen eher bewundern, dass er sich traut euch anzusprechen. Außerdem passiert es tagtäglich, dass Menschen, ob hetero oder homo, von anderen angesprochen werden, obwohl sie kein Interesse haben. Eventuell können heterosexuelle Männer nun die genervten Blicke anderer Damen verstehen, die abends in der Disko beharrlich angegraben werden. Das findet ihr doch auch nicht verwerflich, oder? Letztlich ist das jedoch nichts anderes (sogar eine Nummer schlimmer als ein Blick).

Natürlich ist es eine ungewohnte Situation, wenn man von einer Person angeflirtet wird, von der man so gar nichts möchte, aber mit etwas Selbstbewusstsein und einem gesunden Bewusstsein für die eigene Identität, muss man sich deswegen keine großen Gedanken machen.

Ich hab nichts gegen dich, so lange du mich in Ruhe lässt. Für mich spricht aus dieser Aussage die Angst vor den eigenen latenten homosexuellen Neigungen. Ich habe bereits in einem anderen Artikel über die Gründe von Homophobie geschrieben und an keiner anderen Aussage kann man diese Gründe besser festmachen als an dieser.

Wie seht ihr das? Habt ihr schon mal einen heterosexuellen Mann angesprochen? Wie hat er darauf reagiert? Bin auf eure Geschichten gespannt.

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