Das sind die homophobsten Länder Europas

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Quelle: ILGA Europe

Homophobie ist weltweit ein ernstes Thema. Lesben und Schwule werden vor allem in Afrika und der arabischen Welt verfolgt und bestraft. Doch auch wir Europäer müssen vor unserer eigenen Tür kehren. Laut einer Studie ist Diskriminierung von Homosexuellen auch in der EU sehr weit verbreitet. Demnach antworteten 26 Prozent der 93.000 befragten Menschen, dass sie in den vergangenen fünf Jahren aufgrund ihrer sexuellen Orientierung körperlich oder verbal angegriffen worden. Bei den Transsexuellen waren es sogar 28 Prozent.

Homophobie vor allem in Südost- und Osteuropa verbreitet.

Gerade in Im Südosten und Osten Europas ist Homophobie ein großes Problem. Auch in Großstädten ist die Infrastruktur für Lesben und Schwule nur schwach entwickelt. Es gibt nur wenig offen homosexuelle Lokalitäten sowie findet lesbisches und schwules Leben fast ausschließlich im Verborgenen statt. Zudem sind Schwule und Lesben häufig Zielscheibe von Gewaltübergriffen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Übergriffe angestiegen.
Unterstützt wird die Diskriminierung von Lesben und Schwulen auch von der christlich-orthodoxen Kirchen.

Das sind die Länder, die Homosexuelle lieber meiden sollten. Es mag einige überraschen, dass ich Russland nicht in dieser Liste aufführe, aber ich zähle Russland geografisch wie politisch nicht zu Europa.

Zudem ist diese Liste keine Rangfolge, denn schwullesbisches Leben ist in allen dieser Länder schwierig und da lassen sich Abstufungen nur schwer treffen:

 

1. Serbien:
Serbien gehört zu den homofeindlichsten Ländern Europas. Immer wieder gibt es Presseberichte  über homphobe Übergriffe auf Schwule und Lesben. Im August 2010 beispielsweise wurde ein homosexuelles Paar aus Deutschland in Serbiens Hauptstadt Belgrad Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls. Homophobie gehörte zu den Motiven des Übergriffs. Starke Stimmen der Homophobie in Serbien sind die orthodoxe Kirche sowie rechtsradikale und  nationalistischen Gruppierungen. Auch wenn im Oktober 2010 (zum ersten Mal seit 2001) wieder eine Gay Pride-Demo in Belgrad statt, wurde die Demo (bestehend aus 1.000 Demonstranten) von über 5.000 Polizisten geschützt. Eine Gegendemonstration artete in Gewalt aus.

2. Tschechien:
Auch in Tschechien ist Homosexualität ein hart umstrittenes Thema. Auch gibt es immer wieder gewaltsame Übergriffe auf Lesben und Schwule. 2011 bezeichnete der Vizechef der tschechischen Präsidentenkanzlei und enger Mitarbeiter des damaligen Präsidenten Homosexuelle als „abartige Mitbürger“. Die geplante Gay-Pride-Parade nannte er eine „Druckausübungs-Veranstaltung der Homosexuellen“, die „kein unschuldiger Spaß“ sei. Unterstützung fand diese Äußerung von Staatspräsident Klaus. Diese Meinung teilen leider auch große Teile der tschechischen Bevölkerung. Auch in der Gleichstellungsfrage ist Tschechien noch hinten dran. Es besteht zwar seit 2006 die Möglichkeit, dass schwule oder lesbische Paare, ihre Partnerschaft eintragen lassen, von ähnliche Rechten oder Pflichten wie heterosexuellen Paaren ist aber keine Rede. Zudem brauchte das Gesetz acht Jahre , bis es verabschiedet wurde.

3. Rumänien:

In Rumäniens der Hauptstadt Bukarest waren 1.200 Polizisten im Einsatz, um im Mai 2008 den „Marsch der Vielfalt“ von ca. 200 Schwulen und Lesben zu schützen.
Die Parade im September 2009 musste von einem so massiven Polizeiaufgebot geschützt werden, dass sie de facto unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“ stattfand. Schwule und Lesben werden in Rumänien gesellschaftlich ausgegrenzt, auch wenn es gesetzlich nicht verboten ist.

4. Ungarn:

In Ungarn gibt es zwar seit 2009 ein Gesetz zur Gleichstellung, dennoch ist die Diskriminierung innerhalb der Gesellschaft weit verbreitet. Vor allem von Rechts wird die Gleichstellung von Lesben und Schwulen keineswegs akzeptiert. Die rechtsextreme Jobbik-Partei versuchen beharrlich das Gesetz rückgängig zu machen und Homosexualität sogar wieder ins Gesetzbuch aufzunehmen. Bei Homosexuellen-Paraden kam es mehrfach zu gewaltsamen Übergriffen gegenüber Lesben und Schwulen durch die Rechtsextremen. Das hat zur Folge, dass selbst in der Hauptstadt Budapest, schwullesbisches Leben im Verborgenen stattfindet.

5. Bulgarien:

In Bulgarien spielt sich das Leben von Schwulen und Lesben fast ausschließlich im Verborgenen ab. Wer sich öffentlich outet, riskiert, Freunde und Arbeit zu verlieren. Die Gesellschaft in Bulgarien ist sehr konservativ geprägt. Das Thema Homosexualität ist mit den gleichen Ressentiments belegt wie in anderen osteuropäischen Ländern. Zudem gibt es starke nationalistische und rechtsradikale Gruppen, die offen gegen Schwule und Lesben mobil machen. Das größte Problem Bulgarien ist, dass eine öffentliche Debatte bisher ausbleibt.

6. Weißrussland:

Ex-Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete Weißrusslands Staatschef Lukaschenko einst als „letzten Diktator Europas“. Die Antwort auf Westerwelle ließ nicht lange warten. Lukaschenko sagte dem deutschen Chef-Diplomaten, dass er „keine Schwuchteln möge“ und ihm raten würde, ein anderes Leben zu führen. Lukaschenkos Äußerungen sind nicht nur leeres Gepolter auch innerhalb seines Landes geht der Diktator offensiv gegen Lesben und Schwule vor. Neben Razzien, müssen Homosexuelle in Weißrussland und härtesten Repressalien leben. Auch wenn Homosexualität „legal“ ist, werden Schwule und Lesben diskriminiert und ausgegrenzt. Zudem müssen sie die autoritären Methoden des „letzten Diktators“ Europas fürchten.

7. Ukraine:

Politisch wie gesellschaftlich trennt die Ukraine nicht viel mit Russland – zumindest was das Thema Homosexualität angeht. In kaum einem anderen europäischen Land müssen Schwule und Lesben unter solchen Repressalien leben wie in der Ukraine. Ähnlich wie in Russland, werden Lesben und Schwule öffentlich verfolgt und verprügelt. Einige Politiker fordern  sogar, dass „homosexuelle Propaganda“ mit Haft bestraft wird. Das erinnert mich doch stark an Putins Polemik.

 

Das Traurige ist, dass ich diese Liste noch endlos fortführen könnte. Eine Fortsetzung wird es zu diesem Artikel aber auf jeden Fall geben. Denn auch diese Länder gehören zu den homosexuellenfeindlichsten Europas:

Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Montenegro

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5 Kommentare zu “Das sind die homophobsten Länder Europas

  1. Die Liste verstehe ich nicht. Wieso liegt Frankreich so weit unter Deutschland? Und wieso reihst Du Tschechien ein? Tschechien ist ziemlich cool für ein ehemaliges Ostblockland. Und keinesfalls zu meiden.

      • „Die Bewertung stammt aber nicht von mir“

        Na das hoffe ich doch. Die bietet sich ja geradezu für Kritik an.

      • Ich kann das natürlich nicht verifizieren, aber Portugal vor Frankreich und Schweden unter Deutschland? Das erscheint mir irgendwie absurd.

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