McDonalds liebt alle seine Kunden

Auf die Frage, ob er sich Schwule in der Werbung für seine Nudeln vorstellen könnte, reagierte der italienische Nudelhersteller Guido Barilla ablehnend und ziemlich unglücklich. Der danach folgende Shitstorm ist im Internet nachzulesen. Ob man die Reaktionen übertrieben findet oder nicht (Shitstorms sind nicht unbedingt immer rational) Barilla verschenkt großes Potenzial, wie ich finde. Denn in meinem Artikel über die Barilla-Affäre habe ich unter anderem angerissen, welche positiven Effekte ein Bekenntnis für die Vielfalt in der Gesellschaft haben kann.  Direkt an den Absatzzahlen kann man das zwar nicht messen, dennoch an den überwiegend positiven Reaktionen, die ein solches Engagement mit sich bringen. Das wirkt sich positiv auf das Image aus und ist letztendlich dafür verantwortlich, dass sich eine Marke auf Dauer halten kann.

Für mich geht es daher in diesem Artikel, um die Frage, wer das besonders gut umgesetzt hat.

Gute Beispiele  gibt es allerdings nicht viele …

Manchmal muss man etwas in den Tiefen von Google recherchieren, um ein gutes Beispiel für Gay Marketing zu finden. Überraschenderweise stammt dieses gute Beispiel von der amerikanischen Fastfood-Kette McDonalds, die ungefähr vor drei Jahren einen Werbespot mit schwuler Thematik in Frankreich veröffentlicht haben. Der Grund, weshalb ich diesen Spot als ein besonders gutes Beispiel betrachte, ist wie unverkrampft und völlig ohne Klischees dieses Thema dargestellt wird.

Das Video zeigt einen Jungen, der in einer McDonalds-Filiale auf seinen Vater wartet. Papa ist gerade damit beschäftigt, das Essen zu besorgen. Währenddessen schaut der Junge auf ein Klassenfoto und telefoniert dabei mit einer Person am Handy, in die er verliebt zu sein scheint. So wie das viele Teenager in seinem Alter tun, wenn sie sich das erste Mal verliebt haben. Er beendet das Gespräch mit den Worten, dass sein Vater nun komme und er auflegen muss. Der Vater sieht das Klassenfoto und erzählt, dass er früher genauso gewesen sei wie sein Sohn – ein richtiger Frauenschwarm. Dann fügt er noch an, dass es schade sei, dass in der Klasse seines Sohnes nur Jungen seien. Dann zeigt McDonalds den Werbespruch „Kommt so wie ihr seid“.  Das Schöne daran ist, dass die Fastfood-Kette auf Klischees völlig verzichtet. Die Tatsache, dass der Junge schwul ist, kann der Zuschauer erst erkennen, als er erfährt, dass in seiner Klasse nur Jungen sind. Homosexualität wird als etwas vollkommen Normales dargestellt. Das macht diesen Spot auch so gut. Natürlich wird auch die Problematik einer Vater- und Sohn-Beziehung angedeutet, da sich der Vater völlig andere Vorstellungen über das Lebe seines Sohnes macht, ohne zu ahnen, dass dieser schwul sein könnte. Das ist eine Situation, in die sich viele schwule Kinder hineinfühlen können, aber eben auch Eltern von schwulen Kindern. Das macht diesen Spot so authentisch.

Die Botschaft von McDonalds lautet, wir akzeptieren jeden Menschen wie er ist. Das ist eine sehr tolerante Haltung, die durch diesen Spot transportiert wird.

Was kann denn ein Unternehmen verlieren, wenn es ich tolerant gegenüber Minderheiten zeigt?

Toleranz gegenüber allen Menschen ruft natürlich auch Kritik hervor. Auch dieser Spot wurde von radikalen Konservativen aus den USA unter Beschuss genommen. US-Talkshowmaster William O’ Reilly nannte diese „unchristlichen Ansichten“ ein „Desaster“ und nannte solche Werbungen „Verbrechen“. In den USA haben konservative Ansichten immer noch eine viel stärkere Plattform als in den meisten europäischen Ländern. Auch wenn der Einfluss immer weiter abnimmt und auch in den USA die Akzeptanz für Homosexualität immer weiter steigt. Der Einfluss radikaler Konservativer auf die Gesamtgesellschaft nimmt aber immer weiter ab sodass ein Unternehmen dadurch kaum Kunden verlieren wird.

Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft auf so schöne Beispiele stoße, wie der Spot von McDonalds.

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Ein Kommentar zu “McDonalds liebt alle seine Kunden

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