Wie wirksam sind überhaupt Werbemailings auf Gayromeo?

In diesem Beitrag aus meiner kleinen Reihe zu Gayromeo möchte ich auf die im letzten Beitrag angespielten Marketing-Kampagnen von Drittanbietern eingehen. Mal abgesehen davon, ob das rechtlich hundertprozentig in Ordnung ist oder nicht nutzen einige Partyveranstalter das Portal schon sehr aktiv, um für ihre Events zu werben. Warum auch nicht? Denn die Zielgruppe könnte man an keinem Platz besser versammelt wissen als bei Gayromeo.

In der Regel sind die Werbungsversuche aber relativ einfallslos und leiden an dem Problem vieler Werbemails. Sie sind für den Massenaussand gedacht und daher viel zu unpersönlich gestaltet. Und selbst bei der Zielgruppe streuen manche Veranstalter ihre Partyeinladungen sehr weit, sogar in Regionen, die nicht unbedingt an einer solchen Party teilnehmen möchten.

Ich habe schon das zu lange Anschreiben erwähnt. Das finde ich persönlich das größte Problem. Natürlich kann man die lange Historie einer Party-Reihe erwähnen und in allen Einzelheiten den Werdegang und den unglaublichen Ruhm des dort auflegenden DJs erwähnen. Aber wen interessiert das bitte?

Ich persönlich habe solche Mails noch nie bis zum Ende gelesen. Das wichtigste muss spannend und kurz verpackt sein und die relevanten Fakten sind doch in weniger als drei Sätzen abzuhandeln. Alle Leute, die noch weitere Informationen haben wollen, darunter auch eine Anfahrtsskizze können sich ja auf der Webseite des Betreibers informieren.

Eine unauffälligere Werbemethode ist es mit einem privaten Profil, das mit Werbung ausgestattet ist (besonders der Hinweis in der Headline) andere Profile anzuklicken. Gayromeo hat die Besonderheit, dass man die Besucher seines Profils angezeigt bekommt und so unauffällig die Werbebotschaft wahrnimmt. Solange Gayromeo selbst keine Plattformbestimmungen festlegt (auch wenn der kommerzielle Gebrauch eines persönlichen Profils verboten ist bezieht sich das wohl eher auf Prostitution) bewegt man sich dabei in einer Grauzone und geht ein kalkulierbares Risiko ein.

Der Werbeeffekt ist zwar geringer, man verärgert aber wahrscheinlich weniger User als mit penetranten Werbemails.

Eine wirklich gute Variante, wie man Werbung auf Gayromeo für eine Party machen kann, haben sich die Veranstalter im Rhein-Neckar-Gebiet ausgedacht. Denn das Marketing geht hier über das bloße Versenden von privaten Nachrichten hinaus. Unter dem Motto „Werde Partybotschafter“ rufen sie die Nutzer von Gayromeo auf, ihr Profil mit einem Bild des Logos der Party auszustatten und die Headline entsprechend bis zum Tag der Party mit einem Spruch „Party am xy! Ich bin dabei“ auszustatten. Als Belohnung lockt der freie Eintritt zur Party. Aber Achtung! Diese Form des Marketings birgt viele Hindernisse. Zum einen ist die Kontrolle, ob  die Regeln eingehalten werden sehr aufwendig und je mehr Hürden man implementiert, desto höher wird die Teilnahmehürde. Außerdem passiert es leicht, dass man Nutzer mit zu eng gefassten Regularien verärgert oder wenn etwas nicht geklappt hat.

Auf der anderen Seite lohnt sich das Investment, da man die Nutzer aktiviert sich für jemanden zu engagieren. Damit heben sich die Veranstalter der Himbeerparty von den anderen lästigen Werbemails ab und haben ein kreatives Konzept, Partyfans langfristig an sich zu binden.

Mein Fazit ist, dass das Potenzial auf Gayromeo zu werben eher schlecht als recht genutzt wird. Massenmailings dominieren auf der Plattform. Die wenigen wirklich kreative Aktionen beinhalten aber viele Risiken und haben einen hohen Aufwand.

Gayromeo sollte sich als Plattform für die Zukunft Gedanken machen, was es gerne sein möchte. Mehr Dating-.Portal (da ist das Marktpotenzial mittlerweile erschöpft) oder Richtung soziales Netzwerk. Die Community hat das Netzwerk ja bereits. In jedem Falle sollten sich die Betreiber Gedanken machen, wie sie mit Werbung von Drittanbietern umgehen möchten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s