Gibt es rechtliche Fallstricke für Marketing auf Gayromeo?

Wer sich beruflich viel mit Marketing und Kommunikation beschäftigt, der ist bei gewissen Dingen besonders aufmerksam. Überall sieht man, wie Unternehmen versuchen, ihre Zielgruppen kommunikativ zu erreichen versuchen und was sie gegebenenfalls dabei falsch machen. Fehler sind nicht immer tragisch, können aber in einigen Fällen richtig teuer werden. Durch soziale Medien wie Facebook können immer mehr Menschen werbliche Inhalte an ein breiteres Publikum schicken – private und berufliche Kommunikation sowie die Ebenen der Öffentlichkeit verschwimmen zunehmend. Dabei begehen viele ambitionierte „Werber“ fatale Fehler. Gerade in Bezug auf Facebook gibt es zahlreiche Fallstricke, die mittlerweile durch Abmahnanwälte genutzt werden, um Geschäfte zu machen. Diese Fehler werden an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert.

Bei Gayromeo allerdings nicht.

In meinem letzten Beitrag habe ich über das Erfolgsmodell Gayromeo geschrieben und darüber nachgedacht wie man diese Plattform erfolgreich nutzen kann. Das wird auch schon in geringem Umfang betrieben, allerdings mit teils fragwürdigen Methoden.

Auf den „blauen Seiten“, wie Gayromeo auch genannt wird, werben Partyveranstalter manchmal ziemlich penetrant für ihre Veranstaltungen, indem sie Nutzer gezielt anschreiben und auf ihre Veranstaltung aufmerksam machen. Diese „Werbe“-Mails kommen mal mehr, mal weniger vermittelt. Prinzipiell besteht die Möglichkeiten sich sogenannten Branchen-Seiten oder Clubs anzuschließen und darüber eine Art „Newsletter“ zu abonnieren, der über künftige Veranstaltungen informiert zu sein, aber manchmal werden diese Einladungen auch ungefragt an die Nutzer geschickt.
Eigentlich, und das sollten die Macher solcher Werbemaßnahmen immer bedenken, gilt man damit nach deutscher Rechtsprechung als SPAMer, also jemand, der unerwünschte Werbung verschickt. Bei Facebook wurden solche Verfahren sogar schon häufiger abgemahnt, jedoch ist das bei Gayromeo eine gängige Praxis.
Der zweite Punkt ist, dass selbst wenn ich Mitglied eines Clubs bin bzw. einer Branchen-Seite, kann das nicht zwangsläufig als Einwilligung gewertet werden, dass ich den User mit Werbung zuballern kann. Dazu sollten die Betreiber in ihrer Club-Beschreibung oder bei der Aufnahme in einen Club deutlich hinweisen. Die User sollten an irgendeiner Stelle explizit zustimmen, Werbemails für Produkte oder Veranstaltungen zu bekommen. Das mag alles sehr kleinkariert klingen, dient aber dem Schutz der Menschen vor unerwünschter Werbung.

Impressumspflicht bei Gayromeo?

Mir stellt sich bei Clubs und Branchen-Seiten zudem auch eine andere Frage: Brauchen diese Seiten ein Impressum? Müssen sogar Menschen, die sich als Partybotschafter mit ihrem privaten Profil bei Gayromeo betätigen ein Impressum? Für Facebook ist diese Frage gerichtlich längst geklärt, dass Facebook-Fanseiten ein Impressum benötigen. Diese gelten als eigene Webseiten. Auch private Profile müssen dort ein Impressum haben, wenn diesen ein gewerblicher Gebrauch nachgewiesen werden kann.
Genau genommen sind auch Gayromeo-Profile, die für einen Verein, eine Bar oder eine Party werben davon betroffen. Ganz genau genommen müssten auch diese Profile, da diese gewerbliche Inhalte verbreiten, ein Impressum haben. Das ist zumindest meine Interpretation.
Die Verortung des Impressums in einem Gayromeo-Profil ist aber noch problematischer als bei Facebook. Als Impressum bei Facebook reicht ein Link auf das Impressum der klassischen Webseite des Seitenbetreibers. Das reicht in der Regel aus.

Kein Grund zur Panik

Bislang gilt allerdings, wo kein Kläger, dort kein Richter. Letztlich ist noch nicht einmal entschieden, ob diese rechtlichen Regularien eins zu eins auf das schwule Dating-Portal angewendet werden können.
Dennoch würde ich dazu raten, bei Werbung für Veranstaltungen Vorsicht walten zu lassen und nicht zu aggressiv Werbemails an alle möglichen Profile zu schicken. Eine Haltung von Gayromeo zu Drittanbietern von Werbung habe ich nicht so wirklich gefunden. Daher ist auch nicht ganz klar, wie die Plattform selbst zu solchen Werbemails steht. Facebook hat klare Regularien formuliert, die unabhängig von lokalen rechtlichen Bestimmungen weltweit gelten.
Ich werde mir demnächst genauer Marketingmaßnamen auf Gayromeo anschauen und mir Gedanken zum Potenzial dieser Seite machen.
Generell möchte ich zum Schluss noch darauf hinweisen, dass ich mit diesem Beitrag keinen juristischen Rat geben möchte. Dazu bin ich auch nicht berechtigt. Mir geht es lediglich darum, Fragen aufzuwerfen wie sich gewerbliche und private Kommunikation auf einem Portal wie Gayromeo miteinander vereinbaren lassen.

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