Safer surfen auf Facebook und Co.

Im letzten Beitrag ging es darum, wie sorglos viele (Schwule) Bilder von sich ins Netz stellen. Doch nicht nur peinliche Bilder können Konsequenzen im realen Leben haben, sondern auch die Dinge, die wir sonst im Internet veröffentlichen beziehungsweise von uns preisgeben. Denn Unternehmen wie Facebook und Google sammeln begierig alle Aktionen, die wir auf deren Plattformen tätigen, um umfangreiche Werbeprofile von uns anzulegen. Doch gerade bei der Absicherung der Daten bestehen gewaltige Sicherheitslücken. Vergangenes Jahr zum Beispiel hatte beschaffte sich Brandon Copley, ein Programmierer aus den USA über 2,5 Millionen Telefonnummern. Das schockierende daran war, dass er die Telefonnummern über die damals neue Funktion  der „Graph-Suche“ herausfand. Glücklicherweise wollte  Copley lediglich demonstrieren, wie fahrlässig Facebook mit Daten umgeht.

Dass Facebook weiß, wer schwul ist, habe ich in diesem Beitrag schon beschrieben. Das soziale Netzwerk schließt das aus unserem Surf- und Like-Verhalten, selbst wenn der Nutzer nicht angegeben hat, welche sexuelle Orientierung er hat. Für die Werbeindustrie hat das den Vorteil, dass man seine Zielgruppe genauer definieren kann und außerdem von ihr lernen: Auf welche Anzeige klicken Schwule am häufigsten?

Für den Konsumenten hat es den Vorteil, dass er so vermehrt Werbungen eingeblendet bekommt, die ihm gefallen. Doch stellt sich mir die Frage: Möchten wir, dass Facebook und seine werbetreibenden Firmen wissen, dass wir schwul sind? Mir bereitet es ein unbehagliches Gefühl, wenn ich mir vorstelle, welche Informationen bereits über mich gesammelt wurden bzw. zu was diese verwendet werden. Letztlich wissen Google und Facebook noch gar nicht, was sie mit allen Informationen über uns anstellen sollen. Nichtsdestotrotz werden diese Daten erhoben.

Was aber passiert, wenn diese Daten in die Hände Unbefugter fallen? Außerdem ist es sicherlich nicht jedem Nutzer angenehm, wenn auf seinem Facebook-Profil ständig explizite Werbung für Homosexuelle erscheint. Nicht jeder hat ein liberales Umfeld oder möchte, dass jeder gleich erkennt, welche sexuelle Orientierung er hat. Das ist und sollte auch in Zukunft ein Stück Privatsphäre bleiben, über das jeder persönlich und individuell entscheiden kann.

Durch unser Surfverhalten wird uns diese Möglichkeit genommen, ohne dass wir dazu unser Einverständnis gegeben haben. Das problematische daran ist, dass wir im Gegensatz zu Bildern, kaum Kontrolle darüber haben. Auch wäre der Rat komplett auf Google und Facebook zu verzichten im Alltag schwer umzusetzen.

Trotzdem kann jeder selbst steuern, welche Angaben er zum Beispiel auf Facebook macht und vor allem wer diese sehen kann. Gerade im Hinblick auf den neuen Graph Search von Facebook, der es noch einfacher macht innerhalb von Facebook nach Interessen zu suchen. Natürlich ist es auch möglich nach der sexuellen Orientierung zu suchen oder dem Beziehungsstatus. Vorausgesetzt diese Informationen sind öffentlich zugänglich. Daher würde ich jedem raten, das eigene Facebook-Profil kritisch zu beleuchten und sich zu überlegen, welche Informationen man mit welchen Leuten teilen möchte. Wie man Inhalten und Informationen beschränken kann, zeigt dieser SpiegelOnline-Artikel sehr gut.

Viele Nutzer scheinen zu vergessen, dass das Internet eine Art vormedialer Raum ist. Alle Informationen, die wir ungeschützt ins Internet stellen, können prinzipiell von jedem gelesen werden. Vieles, was wir aber über soziale Netzwerke schreiben und verbreiten ist eher private Kommunikation und sollte einer breiten Öffentlichkeit verborgen bleiben. Daher kann ich nur appellieren, die eigenen Social Media-Plattformen (Facebook, Gayromeo etc.) zu checken und zu überlegen, welche Informationen man nicht lieber für sich behalten möchte.

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