Coming-Out Storys (I): Jason Collins – schwarz und schwul

Hey zusammen,

ich möchte mich in dieser Rubrik mit bekannten Coming-Out Geschichten und ihren Folgen des Outings beschäftigen. Dabei sind die Geschichten nicht immer so aktuell wie diese. Aber diese passte mir einfach besonders gut. Mal abgesehen davon, dass ich mich wohl in kaum einem anderen Bereich so schlecht auskenne wie im amerikanischen Profisport, kommt diese Geschichte wie gerufen, da ich vor Kurzem erst über die Schwierigkeiten von Profifußballern geschrieben habe, offen zu ihrer Homosexualität zu stehen.

Schwarz und schwul – doppelte Randgruppe?

Das Outing von Jason Collins ist zweifach bemerkenswert, denn Collins ist nicht nur erster Basketballer der nordamerikanischen Profiliga NBA, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, sondern zudem schwarz. Auch wenn die USA mittlerweile einen schwarzen Präsidenten haben, müssen sich Schwarze stärker behaupten als Weiße. Eine doppelte Belastung für Collins. Schwarze in den USA sind zudem religiöser und für Sie zählt Männlichkeit in besonders großem Maße. Daher ist das Outing für einen Afroamerikaners schwieriger, denn wie ich im Artikel zum Outing beschrieben habe, zählt auch das private Umfeld.

Die Reaktionen

Selbst äußerte sich Collins zu den psychischen Belastungen, die ihm seine Homosexualität bereitete, wie folgt: „Ich wünschte, ich wäre nicht das Kind, das im Klassenzimmer die Hand hebt und sagt: ‚Ich bin anders‘. Mir wäre es lieber, jemand anderes hätte dies getan. Aber keiner tat es, und deshalb hebe ich meine Hand„.

Auch über die Reaktionen zu seinem Outing hat er sich bereits Gedanken gemacht: „Ich möchte weiter Basketball spielen“. Ich liebe das Spiel immer noch, und ich habe noch viel zu bieten. Gleichzeitig möchte ich aufrichtig und authentisch sein.“ Über mögliche Reaktionen seiner Teamkollegen sagte Collins: „Ich bin Pragmatiker. Ich hoffe das Beste, und plane für das Schlechteste.“

Bisher hat das Outing von Collins nur positive Reaktionen hervorgerufen. Das Präsidentenpaar Obama freute sich jedenfalls für Collins und der Präsident bezeichneten beode seinen Schritt als öffentlich sogar als mutig.

Auch von ex US-Präsident Bill Clinton kamen nur positive Worte, denn dieser kenne den Basketballspieler schon länger. Collins war zusammen Chelsea Clinton (Tochter von Bill Clinton) in Stanford auf der Schule.

Auch wenn die öffentliche, sehr prominente Unterstützung für das Coming-out von Collins groß ist, wird sich erst nach einigen Jahren bewerten lassen, ob ihm sein offenes Bekenntnis zur Homosexualität geschadet hat. Ich bin vor allem auf die Reaktionen von Fans seiner Mannschaft und die Reaktionen der Fans gegnerischer Mannschaften gespannt. Diese sind meistens der beste Gradmesser für die Toleranz!

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